Brand beim Ballermann Deutsche Reisegruppe war offenbar erst seit wenigen Stunden auf Mallorca

Eine Gruppe deutscher Urlauber ist wohl für einen Brand unweit des Ballermanns auf Mallorca verantwortlich. Den Verdächtigen drohen lange Haftstrafen. Nun kommen neue Details zu der Reise ans Licht.
Brennendes Restaurant »Why Not Mallorca«: »Was geht in den Köpfen dieser jungen Leute vor?«

Brennendes Restaurant »Why Not Mallorca«: »Was geht in den Köpfen dieser jungen Leute vor?«

Foto: - / dpa

Die Rauchentwicklung war Aufnahmen zufolge noch in einiger Entfernung zu sehen: Im mallorquinischen Arenal, unweit der Partymeile Ballermann, ist am Freitag ein Restaurant in Brand geraten. Offenbar, weil eine deutsche Reisegruppe auf einem benachbarten Hotelbalkon feierte und Zigaretten auf ein Terrassendach warf. Nun sitzen die insgesamt dreizehn Verdächtigen in Untersuchungshaft.

Wie die lokale »Mallorca Zeitung « berichtet, endete der Urlaub für die Mitglieder eines Kegelvereins damit nur kurz nachdem er begonnen hatte. Demnach war die Gruppe am Freitag erst gegen elf Uhr an dem Hotel angekommen, musste sich dann mit dem Check-in jedoch noch gedulden. Gegen 14 Uhr seien die Männer bereits angetrunken zurückgekommen und hätten auf dem Balkon weitergefeiert. Gegen 15.20 Uhr brach schließlich das Feuer im benachbarten Lokal »Why Not Mallorca« aus.

Dessen deutsche Wirtin hatte sich bereits am Freitag gegenüber der Zeitung  entsetzt gezeigt. »Ich verstehe nicht, wie Leute so etwas tun können. Was geht in den Köpfen dieser jungen Leute vor?«, sagte die Betreiberin Alice Klotz demnach. Der Außenbereich des »Why Not« sei komplett zerstört, der Schaden belaufe sich auf mindestens 150.000 Euro. Bei dem Brand waren Medienberichten zufolge zudem ein Mann und ein junges Mädchen leicht verletzt worden.

Medienberichten zufolge gehören die Männer zu einem Kegelklub (Name: »Stramm am Tisch«) aus der Nähe von Münster. Die mallorquinische Polizei wollte die genaue Herkunft der Beschuldigten zunächst nicht kommentieren. Wie die Nachrichtenagentur dpa mit Bezug auf »vorläufige« Informationen der Stadt Münster berichtet, sollen aber zumindest einige von ihnen Mitglieder der dortigen Freiwilligen Feuerwehr sein. Die Männer waren nach dem Brand noch in ihrem Hotel von der Polizei festgenommen worden. Sie werden der Brandstiftung verdächtigt.

Der zuständige Ermittlungsrichter in Palma ordnete am Samstag Untersuchungshaft ohne Anrecht auf Kaution für die Touristen an. Die Beschuldigten sollen bei ihrem Verhör durch den Richter von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben, die Aussage zu verweigern. Der Richter gehe von »gemeinsamer Verantwortung« aus, hieß es. Angaben zur Herkunft der deutschen Touristen machte die Polizei in Palma zunächst nicht.

Beteiligten drohen lange Haftstrafen

Nun drohen den mutmaßlichen Brandstiftern längere Haftstrafen. Wenn sie angeklagt und der fahrlässigen Brandstiftung für schuldig befunden werden, können die Urlauber auf der spanischen Mittelmeerinsel zu einem Freiheitsentzug zwischen einem und drei Jahren verurteilt werden, wie spanische Anwälte am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilten. Die Deutschen sind laut Medienberichten überwiegend zwischen 24 und 29 Jahren alt.

Bei vorsätzlicher Brandstiftung seien Haftstrafen von bis zu sechs Jahren vorgesehen, hieß es. Wenn das Gericht der Ansicht sei, dass Menschenleben in Gefahr gebracht wurden, könne das Urteil auch deutlich schärfer ausfallen.

fek/dpa