Medienberichte Nach Feuer am Ballermann – vier weitere Verdächtige aus Untersuchungshaft entlassen

Eine deutsche Reisegruppe steht in Verdacht, einen Brand auf Mallorca verursacht zu haben. Nun sind offenbar insgesamt fünf der 13 Männer wieder frei – vier von ihnen gegen eine Kautionszahlung.
Ort des Brandes auf Mallorca: Deutsche Urlauber unter Verdacht

Ort des Brandes auf Mallorca: Deutsche Urlauber unter Verdacht

Foto: Clara Margais / dpa

Vier weitere der 13 deutschen Urlauber, die auf Mallorca der Brandstiftung beschuldigt wurden, sind auf Kaution offenbar aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Die jungen Männer hätten das Gefängnis in der Hauptstadt Palma am Dienstagabend gegen 22 Uhr verlassen, wie die Zeitung »Diario de Mallorca«  und andere Regionalmedien unter Berufung auf Justizkreise der spanischen Insel berichtete. Zuvor seien die von Angehörigen in Deutschland überwiesenen Kautionszahlungen in Höhe von jeweils 12.000 Euro eingegangen, hieß es.

Einer der Verdächtigen wurde bereits am Freitag ohne Auflagen freigelassen, weil er nachweisen konnte, dass er zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Brandes unter der Dusche war. Die anderen acht Beschuldigten, bei denen der Richter eine Freilassung gegen Kaution ablehnte, verbleiben bis auf Weiteres in Untersuchungshaft. Wie lange die Ermittlungen dauern und ob es zu einer Anklage und zu einem Prozess kommt, ist noch unklar.

Die Deutschen erhielten dieser Tage Besuch von zwei Seelsorgern und einem Vertreter des deutschen Konsulats, wie der WDR  berichtete. Medienberichten zufolge handelt es sich bei den Tatverdächtigen um Männer im Alter zwischen 24 und 29 Jahren, die einem Kegelklub aus Münster angehören.

Der Anwalt der Deutschen hatte zuvor am Dienstag mitgeteilt, dass die Familien der Urlauber 500.000 Euro für die Solidarhaftung zusammengelegt hätten. Damit wollten die Tatverdächtigen ihre Kooperationsbereitschaft bekräftigen, schrieb Anwalt Raban Funk aus dem niedersächsischen Stolzenau in einem Kommuniqué. Die Summe hatte der spanische Untersuchungsrichter festgesetzt.

Den Deutschen wird vorgeworfen, am 20. Mai einen Brand in der Nähe des Ballermanns ausgelöst zu haben. Sie hätten vom Balkon ihrer Hotelzimmer brennende Kippen und Alkohol auf das Schilfdach der Terrasse einer darunterliegenden Gaststätte geworfen. Das Dach fing Feuer, und zwei Gaststätten, eine Wohnung und Teile des Restaurants wurden beschädigt. Zwei Menschen erlitten leichte Verletzungen. Die Männer bestreiten, das Feuer gelegt zu haben.

Der Anwalt teilte mit, ein von der spanischen Ermittlungsbehörde in Auftrag gegebenes Gutachten zur Entstehung des Brandes liege noch nicht vor. Dieses Gutachten werde aber »weitere, objektiv entlastende Momente offenbaren«.

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