Mallorca Proteste nach Vergewaltigungsvorwürfen gegen deutsche Urlauber

Eine 18-Jährige gibt an, auf Mallorca von mehreren Touristen aus Deutschland vergewaltigt worden zu sein. Als Reaktion auf den Vorfall versammelten sich Hunderte Menschen zu Kundgebungen auf der Insel.

Demonstration gegen sexuelle Gewalt auf Mallorca: "Nein ist Nein!"
Clara Margais/dpa

Demonstration gegen sexuelle Gewalt auf Mallorca: "Nein ist Nein!"


Nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer Deutschen auf Mallorca haben Hunderte Demonstranten auf der spanischen Ferieninsel gegen sexuelle Gewalt protestiert. Wie lokale Medien berichteten, hatten mehrere Frauenrechtsorganisationen im Internet zu den Kundgebungen aufgerufen.

Die Demonstrationen fanden am Montagabend unter anderem auf dem Rathausplatz der Inselhauptstadt Palma sowie in Manacor und Cala Rajada statt. Wie die mallorquinische Zeitung "Ultima Hora" berichtet, riefen die überwiegend weiblichen Teilnehmer unter anderem lautstark Sätze wie "Nein ist Nein!" und hielten Plakate mit der Aufschrift "Wir wollen ein Leben frei von Machismus" in die Höhe.

Die feministische Bewegung "Moviment Feminista de Mallorca" teilte auf Facebook mit, man setze sich dafür ein, dass Sexualdelikte von der Justiz verfolgt werden und die Täter nicht straffrei davonkommen.

Bei der Aktion ging es laut der Nachrichtenagentur dpa nicht nur um den Fall der Deutschen, die vorige Woche in Cala Rajada von zwei Landsleuten vergewaltigt worden sein soll - sondern auch um ähnliche Fälle, die in Spanien in der Vergangenheit für Empörung gesorgt hatten.

Wegen des mutmaßlichen Sexualdelikts sitzen zwei Deutsche ohne Möglichkeit auf Kaution in Untersuchungshaft. Zwei weitere Deutsche, die ebenfalls festgenommen worden waren, wurden am Wochenende vom zuständigen Gericht zunächst auf freien Fuß gesetzt.

Die Verdächtigen sollen die Tat bei ihren Vernehmungen bestritten haben. Es sei zwar zum Sex gekommen, dieser sei aber "einvernehmlich" gewesen, hatten örtliche Zeitungen die Behörden zitiert. Ärztliche Untersuchungen sollen hingegen bestätigt haben, dass die 18-Jährige Opfer sexueller Gewalt geworden ist. Eine Gerichtssprecherin sagte laut dpa, dass die Justiz während der Ermittlungen zunächst keine weiteren Details bekanntgeben werde.

fek/dpa



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