Mutmaßliche Brandstiftung am Ballermann 13-köpfige Reisegruppe auf Mallorca in Untersuchungshaft

Eine deutsche Reisegruppe sitzt auf Mallorca in Untersuchungshaft. Sie sollen auf Balkonen gefeiert und Alkohol verschüttet haben, ehe ein Terrassendach in Brand geriet. Die Mitglieder schweigen.
Luftaufnahme vom Ort Arenal auf Mallorca

Luftaufnahme vom Ort Arenal auf Mallorca

Foto: Hans Blossey / IMAGO

Eskalierender Partytourismus ist auf Mallorca bereits seit Langem ein Problem. Nun hat eine deutsche Reisegruppe in der Inselhauptstadt Palma aber offenbar besonders über die Stränge geschlagen. Einzelne Mitglieder haben sich womöglich der Brandstiftung schuldig gemacht.

Die insgesamt 13 deutschen Urlauber waren bereits am vergangenen Freitag in ihrem Hotel festgenommen worden, nachdem sich direkt neben ihrer Herberge ein schwerer Brand ereignet hatte. Die Touristen, nach Angaben der »Mallorca Zeitung « Mitglieder eines Kegelvereins aus dem Raum Münster, hatten offenbar auf ihren Balkonen gefeiert.

Der Brand entstand demnach mutmaßlich durch von Gruppenmitgliedern auf das Terrassendach eines Restaurants geworfene Zigaretten. Offenbar wurde auch Alkohol auf das Dach geschüttet.

Verdächtige verweigerten offenbar kollektiv die Aussage

Der zuständige Ermittlungsrichter in Palma hatte am Samstag für die Touristen Untersuchungshaft ohne Anrecht auf Kaution angeordnet. Die Beschuldigten sollen bei ihrem Verhör durch den Richter von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben, die Aussage zu verweigern. Der Richter gehe von »gemeinsamer Verantwortung« aus, schrieb unter anderem die Zeitung »Diario de Mallorca«. Angaben zur Herkunft der deutschen Touristen machte die Polizei in Palma zunächst nicht.

Nun drohen den mutmaßlichen Brandstiftern längere Haftstrafen. Wenn sie angeklagt und der fahrlässigen Brandstiftung für schuldig befunden werden, können die Urlauber auf der spanischen Mittelmeerinsel zu einem Freiheitsentzug zwischen einem und drei Jahren verurteilt werden, wie spanische Anwälte am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilten. Die Deutschen sind laut Medienberichten überwiegend zwischen 24 und 29 Jahren alt.

Bei vorsätzlicher Brandstiftung seien Haftstrafen von bis zu sechs Jahren vorgesehen, hieß es. Wenn das Gericht der Ansicht sei, dass Menschenleben in Gefahr gebracht wurden, könne das Urteil auch deutlich schärfer ausfallen.

Große Schäden für deutsche Wirtin

Medienberichten zufolge hatten die Flammen das benachbarte Lokal und noch ein weiteres sowie eine angrenzende Wohnung und das Hotel beschädigt. Die deutsche Wirtin des offenbar hauptsächlich betroffenen Restaurants bezifferte den Schaden Berichten zufolge auf mindestens 150.000 Euro. Ein Mann und ein junges Mädchen seien leicht verletzt worden, hieß es.

fek/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.