Verdacht der fahrlässigen Tötung Ermittlungen gegen Maradonas Leibarzt

Diego Maradonas Tod hat ein juristisches Nachspiel. Ermittler wollen klären, ob sein Leibarzt eine Mitschuld am Ableben des Ausnahmesportlers trägt.
Diego Maradona während des WM-Spiels zwischen Argentinien und Mexiko in Johannesburg 2010 (Archiv)

Diego Maradona während des WM-Spiels zwischen Argentinien und Mexiko in Johannesburg 2010 (Archiv)

Foto: Laurence Griffiths / Getty Images

Ermittler in Argentinien haben den Leibarzt der verstorbenen Fußballlegende Diego Maradona der fahrlässigen Tötung beschuldigt. Die Praxis von Leopoldo Luque in der Hauptstadt Buenos Aires und dessen Wohnhaus in einem Vorort wurden durchsucht, wie argentinische Medien unter Berufung auf Quellen in der Justiz berichten.

Der Durchsuchungsbeschluss wurde von der Staatsanwaltschaft in San Isidro, einem wohlhabenden Vorort von Buenos Aires, beantragt und von einem örtlichen Richter unterzeichnet, hieß es in einer Erklärung der Staatsanwaltschaft.

Es werde untersucht, ob es bei der Behandlung von Maradona in dessen Haus in einer bewachten Wohngegend nördlich von Buenos Aires in den letzten zwei Wochen seines Lebens Unregelmäßigkeiten gegeben habe. Dort hatte sich der Weltmeister von 1986 erholen sollen, nachdem der Neurochirurg Luque und andere Ärzte ihn wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn operiert hatten.

Luque bestätigte die Durchsuchungen am Sonntag vor Journalisten. Er kooperiere mit der Staatsanwaltschaft, die medizinische Unterlagen zu Maradona sowie elektronische Geräte beschlagnahmt habe. Unter Tränen sagte er, er habe sich nichts vorzuwerfen. »Ich bin stolz auf alles, was ich für Diego gemacht habe.« Dieser sei wie ein Vater für ihn gewesen.

Maradonas Anwalt fordert vollständige Untersuchung

»Aufgrund der gesammelten Beweise wurde es für notwendig erachtet, Durchsuchungen in der Wohnung und im Büro von Dr. Leopoldo Luque zu beantragen«, so die Staatsanwaltschaft in der Erklärung. Um welche Beweise es sich dabei handelte, ist derzeit nicht bekannt.

Maradonas Anwalt, Matias Moria, erklärte am Donnerstag, er werde um eine vollständige Untersuchung der Umstände des Todes der Fußballlegende bitten. Dabei kritisierte er auch die seiner Meinung nach langsame Reaktion des Notdienstes. »Der Krankenwagen brauchte mehr als eine halbe Stunde, um anzukommen. Das war eine kriminelle Idiotie«, schrieb Moria auf Twitter.

rai/dpa/Reuters
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