Marbach Acht Menschen bei Brandanschlägen leicht verletzt

In Baden-Württemberg soll ein Mann Brandsätze auf mehrere Gebäude geworfen haben - darunter eine Polizeistation. Bei seiner Festnahme warf er laut Ermittlern eine Schnapsflasche auf eine Beamtin.
Feuerwehr am 3. Oktober in Marbach: Mann soll Brandsätze geworfen haben

Feuerwehr am 3. Oktober in Marbach: Mann soll Brandsätze geworfen haben

Foto: Simon Adomat / dpa

Nach Brandanschlägen auf ein Polizeirevier, eine evangelische Kirche und ein Wohnhaus am frühen Samstagmorgen in Marbach am Neckar sitzt ein 42-jähriger Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Das teilte die Polizei am Samstagabend in Ludwigsburg mit. Der Mann soll Brandsätze geworfen haben, insgesamt wurden acht Menschen leicht verletzt: vier Bewohner des betroffenen Mehrfamilienhauses, zwei Ersthelfer und zwei Polizisten.

Die Hintergründe der Taten sind noch unklar. Der 42-Jährige habe sich bei seiner Festnahme wirr geäußert und auch "polizei- und fremdenfeindliche Parolen" von sich gegeben, so die Ermittler. Nach erstem Eindruck gehen die Beamten davon aus, dass er die Tat in einem "psychischen Ausnahmezustand" beging. Für rassistische Motive gebe es nach derzeitigem Ermittlungsstand keine Anhaltspunkte, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Der Staatsschutz sei nicht eingeschaltet. Die Anschläge verursachten nach ersten Schätzungen einen Schaden von mehr als einer halben Million Euro.

Der mutmaßliche Täter hatte gegen 3 Uhr nachts einen selbstgebauten Brandsatz gegen die Eingangstür des Polizeireviers in Marbach (Kreis Ludwigsburg) geworfen. Zeitgleich meldeten Zeugen zwei Brände in der Nähe: Auch gegen ein Wohnhaus und die evangelische Kirche waren Brandsätze geworfen worden, wohl Molotow-Cocktails.

Helfer löschten den Brandsatz an der evangelischen Kirche und brachten Bewohner des brennenden Wohnhauses ins Freie. Der mutmaßliche Brandstifter wurde gleich nach dem Anschlag auf das Polizeirevier festgenommen. Dabei soll der mit einem Schlagstock bewaffnete Mann eine Beamtin mit einer Schnapsflasche beworfen haben.

hut/dpa/AFP
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