Getötete Bankiersfrau Verdächtiger bestreitet Mord an Maria Bögerl

Sieben Jahre nach dem Mord an Maria Bögerl hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Der Mann bestreitet die Tat. Ein DNA-Abgleich soll Klarheit bringen.

DPA

Der im Mordfall Bögerl festgenommene Tatverdächtige bestreitet, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Ellwangen mit. Der 47 Jahre alte Mann wurde am Mittwochabend in Königsbronn im Kreis Heidenheim festgenommen.

Der Mann hat laut einem Polizeisprecher angegeben, einen Hass auf die Familie Bögerl gehabt zu haben. Die Kriminalpolizei kläre derzeit, ob es sich bei dem Mann um einen Tatbeteiligten bei der Entführung und Ermordung der Bankiersgattin Maria Bögerl vor sieben Jahren handele. Derzeit laufe ein DNA-Abgleich, dessen Ergebnisse um die Mittagszeit zu erwarten seien.

Zur Identität des Verdächtigen und Details der Festnahme machte eine Sprecherin des BKA keine Angaben. Sie sagte lediglich, es handele sich um den Verdächtigen, nach dem öffentlich gefahndet worden sei. Ob er tatsächlich mit dem Fall zu tun habe, müsse nun geprüft werden.

In der Nacht hatte das BKA getwittert, es habe in einem Mordfall aus dem Jahr 2010 eine Festnahme gegeben. In einer aktualisierten Meldung auf der Seite des BKA hieß es ebenfalls, ein Verdächtiger sei festgenommen worden.

Der Verdächtige hatte im Juli 2016 im westfälischen Hagen in betrunkenem Zustand zwei Männer angesprochen, den Fall erwähnt und dabei tatrelevante Angaben gemacht. Ganz konkret sagte er, er habe Maria Bögerl erstochen. Die beiden jungen Männer hatten das Gespräch mit einem Handy aufgezeichnet und die Polizei alarmiert.

Mit Phantombild und Stimmprobe hatten die Ermittler bundesweit nach dem Mann gesucht.

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Maria Bögerl: Die ermordete Bankiersgattin

"Nach unserer Einschätzung könnte dieser Unbekannte tatsächlich der Mörder von Maria Bögerl sein", sagte der leitende Ermittler Michael Bauer von der Polizei in Ulm am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst". Am Ende der Sendung hieß es bereits, es habe "eine Reihe von Hinweisen" aus dem TV-Publikum gegeben, erste Überprüfungen konkreter Personen seien bereits am Abend angelaufen.

Nach der Entführung Bögerls im Mai 2010 hatten die Täter 300.000 Euro verlangt. Die Übergabe des Lösegelds scheiterte, Anfang Juni fand ein Spaziergänger dann die verweste Leiche der 54-Jährigen an einem Waldrand bei Heidenheim. Bögerl, zweifache Mutter, war erstochen worden. Ihr Ehemann tötete sich später selbst. Er war in Verdacht geraten, in den Fall verwickelt zu sein.

cnn/dpa/AFP



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