Fall Maria H. Verdächtiger nach Deutschland ausgeliefert

2013 verschwand Maria H. mit einem älteren Mann. Dann tauchte die 18-Jährige wieder auf, kurz darauf wurde ihr Begleiter in Italien festgenommen. Jetzt ist er ausgeliefert worden.

Kerzen-Schriftzug (Archiv)
DPA

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Der in Italien festgenommene Begleiter der jahrelang verschwundenen Maria H. ist nach Deutschland ausgeliefert worden. Bernhard H. befinde sich inzwischen in Untersuchungshaft, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Freiburg.

Der 57-Jährige werde in den nächsten Tagen vernommen, sagte der Sprecher. Danach könne Anklage gegen ihn erhoben werden. Einen genauen Zeitplan gebe es noch nicht.

In Italien habe sich der aus Blomberg in Nordrhein-Westfalen stammende Mann seit seiner Festnahme nicht geäußert, hieß es zuletzt. Die Ermittler fanden bei ihm Handys sowie einen Rucksack mit mehreren Tausend Euro.

Er war jahrelang wegen Kindesentzugs und sexuellen Missbrauchs international gesucht worden. Der Mann ist rund 40 Jahre älter als Maria H., die im Mai 2013 als 13-Jährige wohl freiwillig aus Freiburg verschwand und mit dem Mann untertauchte. Beide hatten sich im Internet kennengelernt.

Marias Familie hatte mehr als fünf Jahre lang erfolglos nach dem Mädchen gesucht. Ermittelt werde gegen den Mann, sagte der Polizeisprecher. Maria gelte nicht als Beschuldigte, sondern als Opfer einer Straftat.

Die 18-Jährige hatte den Ermittlern in Deutschland nach ihrer Rückkehr gesagt, sie sei die meiste Zeit ohne den Mann unterwegs gewesen. Später korrigierte sie diese Aussage und gab zu, jahrelang nicht alleine, sondern gemeinsam mit dem Mann gelebt zu haben und quer durch Europa gereist zu sein. Zudem habe das Paar seit rund zwei Jahren gemeinsam in einer Wohnung in Sizilien gelebt.

"Wir versuchen nun, diese Angaben zu überprüfen", sagte Polizeisprecher Lamprecht. An der ersten Aussage Marias, sie sei alleine mit Fahrrad und Zelt durch Europa gereist, habe es früh Zweifel gegeben. Nun habe die Polizei ein klareres Bild.

Medienberichten zufolge lebte das Paar in den vergangenen Jahren in der sizilianischen Küstenstadt Licata und gab sich dort als Vater und Tochter aus. Polizei und Staatsanwaltschaft in Deutschland wollten das auf Nachfrage nicht bestätigen. Festgenommen worden war der Mann in dem Ort in einem leerstehenden Haus, nicht weit entfernt von der Wohnung. Er habe sich ohne Widerstand festnehmen lassen. Gelebt habe er, ebenso wie Maria, von Gelegenheitsjobs.

Verantworten müsse er sich, weil er ohne Einwilligung der Eltern mit einer Minderjährigen untergetaucht sei. Auch wenn Maria freiwillig mitgegangen sei, stelle dies eine Straftat dar. Bei Kindesentzug drohen laut Strafgesetzbuch den Angaben zufolge bis zu fünf Jahre - in schweren Fällen bis zu zehn Jahre - Haft. Marias Familie will sich nach Angaben der Mutter derzeit nicht öffentlich äußern.

sen/dpa



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