Gescheiterter Antrag auf Freilassung Keine Gnade für Lennon-Mörder

Mark Chapman sitzt seit mehr als drei Jahrzehnten im Gefängnis - und wird noch mindestens zwei Jahre dort verbringen: Der Mörder von John Lennon ist mit seinem Antrag auf vorzeitige Entlassung gescheitert. Bereits zum siebten Mal lehnte der Haftprüfungsausschuss die Bitte ab.

Lennon-Mörder Mark David Chapman (Mai 2012): Mindestens zwei weitere Jahre im Gefängnis
REUTERS/NYS Department of Corrections

Lennon-Mörder Mark David Chapman (Mai 2012): Mindestens zwei weitere Jahre im Gefängnis


New York - Der zu lebenslanger Haft verurteilte Mörder von John Lennon bleibt hinter Gittern. Den Antrag von Mark David Chapman auf vorzeitige Haftentlassung lehnte die zuständige Behörde im US-Bundesstaat New York ab - trotz guter Führung. Eine Entlassung zum jetzigen Zeitpunkt würde "den Respekt vor dem Gesetz" untergraben und den "tragischen Verlust eines Lebens" durch ein "ruchloses Verbrechen" zur Bagatelle machen, begründete der Haftprüfungsausschuss seine Entscheidung. Das Verbrechen sei "abscheulich, grundlos, brutal, kalt und kalkuliert" gewesen.

Zuvor war der 57-Jährige per Videokonferenz von einem Gremium der Behörde befragt worden. Chapman habe im Gefängnis gute Führung gezeigt und sich beispielsweise an Bildungsprogrammen beteiligt, hieß es in einer Mitteilung. Es habe aber auch "bedeutenden Widerstand" gegen seine Freilassung gegeben. In der Vergangenheit hatte sich unter anderem Lennons Witwe Yoko Ono ausdrücklich gegen eine Haftentlassung ausgesprochen.

Chapman hatte den früheren Beatles-Sänger Lennon am 8. Dezember 1980 vor dessen Wohnhaus in New York erschossen. Er wurde im August 1981 zu lebenslanger Haft verurteilt und verbüßt seine Strafe derzeit im Hochsicherheitsgefängnis von Alden im Bundesstaat New York.

1990 hatte Chapman Reue für den Mord an Lennon gezeigt, seine Anträge auf Haftentlassung wurden bislang aber immer zurückgewiesen. Beim ersten Antrag im Jahr 2000 urteilte der Ausschuss, der Häftling werde weiter von dem Drang nach "Ruhm und Bekanntheit" getrieben, der ihn zum Mörder gemacht habe. Auch 2002, 2004, 2006, 2008 und 2010 lehnte das Gremium eine Bewährung ab. Chapman kann frühestens im August 2014 eine neue Anfrage stellen.

wit/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.