Brutaler Überfall auf Studentinnen Gericht in Marokko verurteilt drei Mörder zum Tode

Wegen der brutalen Morde an zwei skandinavischen Touristinnen waren in Marokko 24 Männer angeklagt. Ein Gericht hat nun alle Angeklagten schuldig gesprochen - und mehrere Todesurteile gefällt.

Der mögliche Tatort im Atlasgebirge: 24 Anklagen, 24 Urteile
DPA/ 2m

Der mögliche Tatort im Atlasgebirge: 24 Anklagen, 24 Urteile


Gut ein halbes Jahr nach der Ermordung zweier skandinavischer Touristinnen in Marokko sind drei der Hauptangeklagten zum Tode verurteilt worden. Die 25 bis 30 Jahre alten Männer aus Marokko wurden von einem für Terrorismus zuständigen Gericht in Salé schuldig gesprochen, wie lokale Medien berichteten.

Mitte Dezember vergangenen Jahres waren zwei skandinavische Rucksacktouristinnen im Nationalpark Toubkal unweit von Marrakesch der Polizei zufolge geköpft worden. Die Leichen der 24-jährigen Dänin und ihrer vier Jahre älteren norwegischen Freundin, die gemeinsam einen Monat lang durch Marokko hatten reisen wollen, wurden in einer einsamen Gegend des Atlasgebirges gefunden.

Im Mittelpunkt des Verfahrens standen vier Verdächtige, die der Terrororganisation "Islamischer Staat" in einem Video einen Treueeid geleistet hatten. Der vierte Hauptverdächtige wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Mai hatte einer der Hauptverdächtigen die Tat gestanden.

Die Todesstrafe wird selten vollstreckt

Insgesamt standen in dem Mordfall 24 Angeklagte vor Gericht. Ihnen wurde vorsätzlicher Mord, illegaler Waffenbesitz und die Gründung einer Terrorgruppe vorgeworfen. Die anderen Angeklagten bekamen Freiheitsstrafen zwischen fünf und 30 Jahren. Der Mord hatte in Marokko große Empörung ausgelöst, viele Marokkaner hielten Mahnwachen für die Opfer ab. Die Todesstrafe wird in Marokko zwar verhängt, in der Regel aber nicht vollstreckt.

Im April war in dem Fall bereits ein Schweizer verurteilt worden. Ein Gericht verurteilte den 33-Jährigen zu einer Gefängnisstrafe von zehn Jahren. Der Schweizer, der mit seiner Familie bereits länger in der Hauptstadt Rabat lebte, sei zwar nicht direkt an der Tat beteiligt gewesen, er sei aber Teil der dafür verantwortlichen Terrorgruppe gewesen, hieß es damals.

mxw/dpa

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