Marokko Schweizer nach Ermordung von Studentinnen verurteilt

Er soll Teil einer Terrorgruppe gewesen sein: Ein Gericht in Marokko hat einen Schweizer im Fall zweier ermordeter skandinavischer Studentinnen zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Der mögliche Tatort im Atlasgebirge
DPA/ 2m

Der mögliche Tatort im Atlasgebirge


Gegen einen von zwei Schweizern, die von der marokkanischen Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Mord an zwei skandinavischen Studentinnen verhaftet worden sind, ist nun eine Haftstrafe verhängt worden. Ein Gericht verurteilte den 33 Jahre alten Schweizer zu einer Gefängnisstrafe von zehn Jahren, wie die staatliche Nachrichtenagentur MAP berichtet.

Der Schweizer, der mit seiner Familie bereits länger in der Hauptstadt Rabat lebte, sei zwar nicht direkt an der Tat beteiligt gewesen, er sei aber Teil einer Terrorgruppe gewesen.

Skandinavische Studentinnen wollte einen Monat durch Marokko reisen

Mitte Dezember vergangenen Jahres waren zwei skandinavische Rucksacktouristinnen im Nationalpark Toubkal unweit von Marrakesch ermordet worden. Die beiden jungen Frauen waren nach Polizeiangaben geköpft worden. Die Leichen der 24-jährigen Dänin und ihrer vier Jahre älteren norwegischen Freundin, die gemeinsam einen Monat lang durch Marokko hatten reisen wollen, wurden in einer einsamen Gegend des Atlasgebirges gefunden.

Die Sicherheitsbehörden verhafteten im Anschluss nach Angaben der marokkanischen Staatsanwaltschaft insgesamt 23 Personen. Darunter befinde sich ein weiterer Schweizer, der die mutmaßlichen Mörder im Umgang mit Waffen trainiert haben und auch an der Rekrutierung von Mitgliedern der Terrorgruppe beteiligt gewesen sein soll.

Als die vier Hauptverdächtigen festgenommen wurden, hatte die Staatsanwaltschaft angegeben, diese hätten der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) die Treue geschworen.

fdi/dpa



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