Fotostrecke

Marwa-Prozess: Höchststrafe für Alex W.

Foto: Matthias Rietschel/ AP

Marwa-Prozess Armee musterte Alex W. wegen Schizophrenie aus

Der wegen Mordes an der Ägypterin Marwa al-Schirbini angeklagte Alex W. wurde im Juli 2000 von der russischen Armee als wehrdienstuntauglich ausgemustert. Das hat nun die Moskauer Justiz dem Dresdner Landgericht mitgeteilt.

Dresden - Der am 12. November 1980 geborene Alexander Igorewitsch Nelsin wurde seit Juli 2000 in einer psychiatrischen Beratungsgruppe wegen "undifferenzierter Schizophrenie mit episodischem Verlauf und zunehmenden Defiziten" betreut. Das geht aus einem Fax der Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation hervor, das am Dienstagnachmittag im Prozess gegen den Russlanddeutschen verlesen wurde.

Wahlverteidiger Veikko Bartel scheiterte am Dienstag mit einem Antrag auf einwöchige Unterbrechung des Prozesses. Danach wurde die Öffentlichkeit für die erneute Befragung des Gutachters ausgeschlossen. Der Psychiater hatte den Angeklagten für voll schuldfähig erklärt.

Wegen des Dokuments aus Russland war am Montag der Schlussvortrag der Verteidigung verschoben worden. Das Gericht trat noch einmal in die Beweisaufnahme ein.

Betreuung aufgehoben

Das Schreiben ist die Antwort auf ein am 22. September gestelltes Rechtshilfeersuchen des Landgerichts Dresden zum Grund der Ausmusterung des Angeklagten. 2004 wurden die Betreuung von Alex W. aufgehoben und die medizinischen Unterlagen vernichtet. Alex W., der den Familiennamen seiner deutschen Mutter angenommen hat, siedelte bereits 2003 mit ihr und der Schwester nach Deutschland aus.

Marwa al-Schirbini

Alex W. muss sich seit dem 26. Oktober wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht verantworten. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat er bei einer Berufungsverhandlung wegen Beleidigung am 1. Juli im Landgericht die schwangere geplant und kaltblütig vor den Augen ihres dreijährigen Kindes erstochen und ihren Mann lebensgefährlich verletzt. Sein Motiv soll Fremdenhass sein.

Anklagebehörde und Nebenkläger hatten in ihren Plädoyers eine lebenslange Haftstrafe sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Das Urteil soll an diesem Mittwoch gesprochen werden.

jdl/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.