Massaker an Grundschule in Texas Bericht listet Versäumnisse der Polizei auf

19 Kinder und zwei Lehrerinnen starben bei dem Massaker im texanischen Uvalde. Die Polizisten im Einsatz wurden massiv kritisiert – das dürfte sich nach der Veröffentlichung einer neuen Untersuchung noch verstärken.
Grundschule im texanischen Uvalde: Der Bürgermeister kündige Ende Juni an, dass das Gebäude abgerissen werden soll

Grundschule im texanischen Uvalde: Der Bürgermeister kündige Ende Juni an, dass das Gebäude abgerissen werden soll

Foto: Nuri Vallbona / REUTERS

Rund sechs Wochen nach dem Massaker an einer Grundschule in Texas hat ein Expertenbericht Versäumnisse der Polizei benannt. Ein Polizist habe beispielsweise beobachtet, wie der bewaffnete Täter auf die Grundschule in Uvalde zuging. Der Beamte habe seinen Vorgesetzten um Schießerlaubnis gebeten. »Der Vorgesetzte hat das entweder nicht gehört oder zu spät reagiert«, heißt es in dem Bericht. Der Polizist habe sich dann umgedreht, um die Erlaubnis von dem Vorgesetzten einzuholen. Als er sich wieder dem Verdächtigen zuwenden wollte, sei der 19-Jährige bereits in der Schule gewesen.

Der 26 Seiten lange Bericht  wurde von der Universität Texas erstellt und am Mittwoch veröffentlicht. Darin wurden auch andere Versäumnisse angeprangert, die die Bluttat zumindest begünstigten. So sei die Außentür, durch die der Täter in die Schule eindrang, nicht abgeschlossen gewesen.

Ein weiterer Polizist sei mit seinem Streifenwagen in hoher Geschwindigkeit über den Schulparkplatz gefahren, als der Verdächtige ebenfalls dort war, habe ihn aber nicht entdeckt. »Wäre der Beamte langsamer gefahren oder hätte er sein Auto am Rande des Schulgeländes geparkt und sich zu Fuß genähert, hätte er den Verdächtigen vielleicht gesehen.«

Der Schütze hatte am 24. Mai in der Grundschule 19 Kinder und zwei Lehrerinnen getötet, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Die Polizei geriet wegen ihres späten Eingreifens an der Schule massiv in die Kritik. Erst mehr als 75 Minuten, nachdem der Schütze das Feuer eröffnet hatte, waren Einsatzkräfte in das Klassenzimmer mit dem Amokläufer eingedrungen und töteten ihn. Der zuständige Polizeichef wurde inzwischen beurlaubt.

Die USA werden immer wieder von solchen und ähnlichen Fällen von Schusswaffengewalt erschüttert. Zuletzt hatte ein Schütze in Highland Park im Bundesstaat Illinois bei einer Parade zum Unabhängigkeitstag das Feuer eröffnet. Sieben Menschen wurden bei der Tat am vergangenen Montag getötet, viele weitere verletzt. Der 21 Jahre alte mutmaßliche Schütze hat die Tat nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestanden.

aar/dpa
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