Massenkarambolage auf der A57 Autobahnbrücke muss teilweise abgerissen werden

Nach der Massenkarambolage auf der A57 kommt es aufgrund der Feuerschäden zu langwierigen Verkehrsbehinderungen. Unbekannte hatten unter einer Autobahnbrücke Plastikrohre in Brand gesetzt. 21 Fahrzeuge fuhren ineinander, ein Mensch kam ums Leben. Teile der Brücke müssen abgerissen werden.
Massenkarambolage auf der A57: Autobahnbrücke muss teilweise abgerissen werden

Massenkarambolage auf der A57: Autobahnbrücke muss teilweise abgerissen werden

Foto: Marius Becker/ dpa

Hamburg - Ein Feuer an der Autobahn 57 zwischen Köln und Düsseldorf hat am Dienstag eine tödliche Massenkarambolage ausgelöst und eine Autobahnbrücke so schwer beschädigt, dass die vielbefahrene Strecke vermutlich wochenlang gesperrt bleiben muss. Ein Brückenteil muss nach Angaben des Landesbetriebs Straßenbau NRW abgerissen werden.

Bei dem Unfall durch das offenbar von Unbekannten verursachte Feuer starb ein 29-Jähriger. Ausgelöst wurde der Unfall in der Nacht zum Dienstag durch den Rauch brennender Plastikrohre unter der Autobahnbrücke, die über einen Feldweg führt. In dem dichten Qualm fuhren auf der Brücke sechs Lastwagen und 15 Personenautos ineinander, wie die Düsseldorfer Polizei mitteilte. Der 29-Jährige aus dem niederrheinischen Jüchen kam dabei ums Leben, 13 weitere Menschen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer.

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Karambolage auf der A57: Schwere Verkehrsbehinderungen nach Unfall

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Die Polizei nahm Ermittlungen wegen des Verdachts der Brandstiftung auf. Wie die Plastikrohre in Brand gerieten, war aber zunächst unklar. Falls die Massenkarambolage von Dormagen. durch Brandstiftung ausgelöst wurde, beurteilen Juristen das als "gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr" nach Paragraf 315 b des Strafgesetzbuches. "Darunter fällt ein ganzer Katalog an Dingen wie etwa das Aufstellen von Hindernissen, Trunkenheit am Steuer oder die Zerstörung von Verkehrsanlagen", sagte ein ADAC-Rechtsexperte. Je nach Schwere der Tat werden Geldstrafen und bis zu fünf Jahren Haft verhängt.

Durch das Feuer wurde die darüberliegende Brücke so schwer beschädigt, dass nach Einschätzung eines Statikers der Brückenteil in Fahrtrichtung Köln abgetragen und neu gebaut werden muss. Der benachbarte Brückenteil in Fahrtrichtung Düsseldorf kann voraussichtlich abgestützt werden, wie ein Sprecher des Landesbetriebs Straßenbau in Gelsenkirchen weiter mitteilte.

Die Sperrung der A 57 zwischen der Anschlussstelle Dormagen und dem Autobahnkreuz Neuss-Süd werde noch mindestens mehrere Tage dauern, möglicherweise auch Wochen, sagte der Sprecher. Zu einem späteren Zeitpunkt solle der Verkehr dann über eine Behelfsbrücke fließen. Die Reparaturarbeiten an der rund 100 Meter langen Brücke dürften demnach insgesamt rund eineinhalb Jahre dauern.

Über die betroffene Brücke rollen dem Sprecher zufolge täglich rund 70.000 Autos, im Bereich der Großstädte Düsseldorf und Köln wird die A 57 täglich sogar von bis zu 100.000 Verkehrsteilnehmern benutzt. Die linksrheinische Autobahn gilt als eine der Hauptrouten für Berufspendler im Rheinland.

nga/dpa
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