Tödlicher SEK-Einsatz bei Bonn Erschossener Verdächtiger soll Sportschütze gewesen sein

Lärmend zog ein Betrunkener laut Polizei durch das Städtchen Meckenheim, nach einem Schusswechsel mit SEK-Beamten starb er. Den Ermittlern zufolge soll er Sportschütze gewesen sein und weitere Waffen gehortet haben.
Ermittler in Meckenheim: Messer, Macheten, eine Axt sowie Lang- und Kurzwaffen im Keller

Ermittler in Meckenheim: Messer, Macheten, eine Axt sowie Lang- und Kurzwaffen im Keller

Foto: Oliver Berg / dpa

Nach einem Schusswechsel in Meckenheim bei Bonn gibt es neue Details über den von einer Kugel getöteten Mann. Den Ermittlern zufolge soll der erschossene 44-Jährige Sportschütze gewesen sein und eine Waffenbesitzkarte besessen haben. Bei der Tat trug er offenbar zwei Kurzwaffen und Munition bei sich.

Bei einer Durchsuchung seien bei ihm Messer, Macheten, eine Axt, eine große Menge Munition sowie mehrere Lang- und Kurzwaffen gefunden worden – nicht alle Waffen waren laut Polizei auf der Besitzkarte verzeichnet.

Am Vorabend hatten Anwohner die Polizei alarmiert, weil der Mann auf der Straße randaliert und um sich geschossen haben soll. Als ein Streifenwagen eintraf, verletzte der Schütze den Ermittlern zufolge einen Polizisten an der Hand.

Der 44-Jährige flüchtete demzufolge auf ein etwa 200 Meter entferntes Grundstück, wo Beamte ihn stellten und zum Aufgeben überreden wollten – der Mann weigerte sich laut Polizei jedoch. Beim Zugriff durch Spezialeinsatzkräfte am frühen Montagmorgen kam es zum Schusswechsel, noch vor Ort erlag der Mann seinen Verletzungen.

Die Polizei hatte am Montagvormittag bereits mitgeteilt, es gebe Hinweise darauf, dass der 44-Jährige bei dem Vorfall unter Alkoholeinfluss gestanden habe.

Großeinsatz in der Kleinstadt

Insgesamt gab es rund zehn Tatorte in der Wohngegend, wie der Polizeisprecher sagte. Gemeint seien damit Orte, an denen eine Kugel oder mehrere Geschosse einschlugen – an einem Streifenwagen, an parkenden Autos, an Hausfassaden. Auch ein Loch in der Fensterscheibe eines Wohnhauses war zu sehen.

Die Polizei hatte angesichts des Vorfalls von einer »sehr dynamischen Lage« in der 25.000-Einwohner-Stadt südlich von Bonn gesprochen. Dort war ein Großaufgebot der Polizei im Einsatz. Angaben der Beamten zufolge waren auch Ärzte und Sanitäter vor Ort, ebenso Seelsorger.

Über ein mögliches Tatmotiv ist bislang nichts bekannt. Die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei in Bonn leiten die Ermittlungen. Eine Obduktion soll nun unter anderem klären, ob der Mann an Kugeln der Polizei starb oder ob er sich selbst tötete.

mxw/fek/dpa
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