Mutmaßliche Brandstiftung in Mecklenburg-Vorpommern Unterkunft für ukrainische Geflüchtete abgebrannt

»Nur die Außenwände stehen noch«: In Groß Strömkendorf hat es einen mutmaßlichen Brandanschlag auf ein Gebäude gegeben, in dem Ukrainer untergebracht waren. Die Bewohner blieben unverletzt.
Löscharbeiten in Groß Strömkendorf

Löscharbeiten in Groß Strömkendorf

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Jens Büttner / dpa

Ein Feuer hat eine Unterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine in der Gemeinde Groß Strömkendorf in Mecklenburg-Vorpommern in der Nacht fast vollständig zerstört. »Nach jetzigem Stand konnten alle 14 Bewohner unverletzt aus der Einrichtung gebracht werden. Den drei Mitarbeitern ist auch nichts passiert«, sagte ein Sprecher des Landkreises Nordwestmecklenburg. Auch die Polizei bestätigte inzwischen, dass insgesamt 17 Personen in Sicherheit gebracht worden seien.

Die Polizei  geht eigenen Angaben zufolge von Brandstiftung aus. Noch am Tage des Brandes hatte die Polizei die Unterkunft – ein Hotel – wegen einer Hakenkreuz-Schmiererei auf dem Eingangsschild aufgesucht, wie Landrat Tino Schomann mitteilte.

Meterhohe Flammen und eine starke Rauchentwicklung

»Auch aus meiner langjährigen Erfahrung als Feuerwehrmann gehe ich derzeit davon aus, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde«, sagte Schomann weiter. Ein Brandgutachter soll nun laut Polizei die genaue Ursache für das Feuer klären.

Die Bewohnerinnen und Bewohner seien unmittelbar nach dem Feuer in eine andere Einrichtung verlegt worden, sagte der Sprecher des Landkreises. Der Feuerwehreinsatz sollte noch bis in die frühen Morgenstunden andauern. Vor Ort seien knapp 120 Einsatzkräfte und rund 20 Einsatzfahrzeuge gewesen.

Als die Feuerwehr eintraf, versuchten bereits Mitarbeiter der Einrichtung und einige Passanten den Brand mit Feuerlöschern zu bekämpfen. Das gesamte Reetdach brannte. »Das Dach ist gerade vor meinen Augen eingebrochen. Nur die Außenwände stehen noch«, sagte der Sprecher des Landkreises. Auf in Medien veröffentlichten Fotos waren meterhohe Flammen und eine starke Rauchentwicklung zu sehen. Zwischenzeitlich sei die Angst groß gewesen, dass das Feuer auf die benachbarten Gebäude übergehe. Dies konnte aber verhindert werden.

Der Bürgermeister von Blowatz, wozu Groß Strömkendorf gehört, Tino Schmidt (SPD) äußerte sich »erschrocken und verärgert«. Bisher habe es in der Region keine Anzeichen für rechtsmotivierte Umtriebe gegeben, sagte Schmidt der Nachrichtenagentur dpa.

Man habe ein sehr gutes Verhältnis zu den Kriegsflüchtlingen, sagte Schmidt. So waren in dem Hotel zeitweise bis zu 170 Menschen aus der Ukraine untergebracht. Im Sommer habe man zusammen mit den Flüchtlingen und dem DRK, dass die Einrichtung betreut, noch ein fröhliches Sommerfest gefeiert. In dem ehemaligen Hotel seien bereits seit dem Frühjahr Menschen aus der Ukraine untergebracht. Die Meisten seien vom Kreis inzwischen in andere Unterkünfte gebracht worden.

bbr/dpa
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