Fotostrecke

Hafterleichterung: Das Licht geht aus in Zschäpes Zelle

Foto: dapd

Medienbericht Anwalt erreicht Hafterleichterung für Beate Zschäpe

Teilerfolg für die Verteidigung: Die Haftbedingungen von Beate Zschäpe werden gelockert, das berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk. Das Licht in der Zelle der mutmaßlichen Terroristin müsse nicht mehr 24 Stunden am Tag brennen. Ihre Anwälte fordern weiterhin das Ende der Untersuchungshaft.

Erfurt/Köln - Die in einem Kölner Gefängnis einsitzende mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe könnte Hafterleichterung bekommen. In Zschäpes Zelle solle das Licht künftig nicht mehr dauernd brennen. Das berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) Thüringen unter Berufung auf ihren Anwalt Wolfgang Heer.

Bisher sei das Licht angeschaltet geblieben, da Zschäpe als selbstmordgefährdet gegolten habe. Diese Gefahr sehe er nicht, sagte Heer dem Sender. Zschäpe habe zuletzt mit der Dauerbeleuchtung zu kämpfen gehabt. Außerdem sei sie "massiv in ihrer Intimsphäre betroffen", da sie sich nicht unbeobachtet habe waschen oder zur Toilette gehen können.

Zschäpe sitzt seit dem 13. November in Untersuchungshaft. Sie soll zusammen mit ihren Zwickauer Mitbewohnern Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos die Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund gegründet haben. Der rechtsextremen Zelle werden unter anderem zehn Morde zur Last gelegt.

Mundlos und Böhnhardt starben nach einem Banküberfall in Eisenach, als sich Polizisten ihrem Wohnmobil näherten. Nach den bisherigen Ermittlungen hatten sich noch versucht, mit einer Maschinenpistole auf die Beamten zu schießen. Nachdem die Waffe versagte, habe Mundlos Böhnhardt getötet, das Wohnmobil in Brand gesetzt und sich dann selbst erschossen.

Zschäpe legte etwa drei Stunden später Feuer in der Zwickauer Wohnung, die daraufhin in die Luft flog. Einige Tage später stellte sie sich der Polizei und schweigt seitdem.

Nach den ihm bisher vorliegenden Akten lasse sich ein Terrorverdacht gegen Zschäpe nicht begründen.

Im Interview mit SPIEGEL ONLINE hatte Zschäpes Anwalt Wolfgang Heer gesagt, es lasse sich keine feste Organisationsstruktur zwischen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Zschäpe nachweisen, die der Begehung von Tötungsdelikten gedient habe. Auch sei ein gemeinsamer Organisationswille, ebenfalls ein juristisches Kriterium für eine terroristische Vereinigung, zurzeit nicht erkennbar. "Ich habe nicht den geringsten Anhaltspunkt dafür, dass Frau Zschäpe an Tötungsverbrechen in irgendeiner Weise beteiligt war."

jbr/dpa