Melbourne Autofahrer rast in Menschenmenge - mehrere Verletzte
Mitten im Berufsverkehr ist ein Autofahrer in der australischen Großstadt Melbourne in eine Menschenmenge gerast. Mindestens 14 Menschen mussten laut Rettungskräften in Krankenhäuser gebracht werden. Einige von ihnen seien schwer verletzt - darunter auch ein kleines Kind, hieß es. Insgesamt habe es 19 Verletzte gegeben, sagte der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews.
Der Fahrer und ein weiterer Mann, der offenbar mit im Wagen gesessen hatte, seien festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Nach Einschätzung der Ermittler steuerte der Fahrer den Wagen absichtlich in die Menschenmenge. Es sei von einer "vorsätzlichen Tat" auszugehen. Die Motive des Mannes seien noch unklar.
Bei dem Fahrer handelt es sich laut Polizei um einen australischen Staatsbürger afghanischer Herkunft mit psychischen Problemen und Drogenvergangenheit. Der 32-Jährige sei der Polizei wegen Drogenproblemen bekannt, sagte Polizeichef Shane Patton. "Derzeit haben wir keine Hinweise oder Geheimdiensterkenntnisse, die auf eine Terrorverbindung hindeuten."
Augenzeugen berichteten dem Sender Channel Ten, der Fahrer sei nahe dem Bahnhof Flinders Street mit hohem Tempo von etwa hundert Kilometer pro Stunde in die Passanten gerast. Das Fahrzeug sei schließlich gegen einen Poller geprallt, schilderten Beobachter dem Sender Sky News Australia.
Der Geländewagen mit zwei männlichen Insassen soll den Berichten von Passanten zufolge gegen 16.40 Uhr über eine rote Ampel gefahren und in die Passanten gerast sein, als diese gerade den größten Zebrastreifen in Richtung der Bahnstation überquerten. Er habe ganz offensichtlich Menschen treffen wollen, weil er direkt auf die größte Menge zugesteuert sei.
"Dieses weiße Auto, das einfach alle niedergemäht hat"
Eine Augenzeugin sagte dem Radiosender 3AW, sie habe Schreie gehört, bevor Menschen in alle Richtungen weggeschleudert worden seien. "Wir haben diesen Lärm gehört, nach links geschaut und dieses weiße Auto gesehen, das einfach alle niedergemäht hat."
Die Polizei des Bundesstaates Victoria forderte Zeugen via Twitter auf, den Ermittlern Bilder von dem Vorfall zu schicken, um sie bei den Untersuchungen zu unterstützten. Die Gegend war zu dem Zeitpunkt des Geschehens nicht nur wegen vieler Pendler voller Menschen. Auch waren viele Leute unterwegs, um letzte Weihnachtseinkäufe zu erledigen.
Der Vorfall ähnelt einem anderen vom Januar, als ein Fahrer in Melbourne in einer Fußgängerzone in Passanten raste. Sechs Menschen starben, 30 wurden verletzt. Dem Fahrer wird sechsfacher Mord vorgeworfen. Einen terroristischen Hintergrund schloss die Polizei damals aus.