Nach Messerattacke in Hamm Hochschule trauert um 30-jährige Dozentin

Nach dem tödlichen Messerangriff auf eine Lehrkraft in Hamm ist die Trauer auf dem Campus groß. Studierende und Lehrende gedachten des Opfers – der mutmaßliche Täter ist in der Psychiatrie.
Hochschule Hamm: Blumen für das Opfer einer Messerattacke

Hochschule Hamm: Blumen für das Opfer einer Messerattacke

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Roland Weihrauch / dpa

Trauernde legten Blumen und Kerzen am Campus nieder, hielten schweigend inne: An der Hochschule Hamm haben am Montag Studierende und Lehrende der 30-jährigen Lehrbeauftragten gedacht, die am Freitag bei einem Messerangriff getötet worden war.

Die Frau aus Essen war von einem mutmaßlich psychisch kranken Mann attackiert worden. Am Samstag war sie an ihren schweren Verletzungen gestorben.

Mutmaßlicher Täter ist in der Psychiatrie

Die Hochschule Hamm-Lippstadt hatte alle Veranstaltungen und Prüfungen abgesagt. Studierende wie Lehrende nutzten auch das Angebot der Notfallseelsorge, sagte eine Hochschulsprecherin.

Trauerfeier am Montag auf dem Campus

Trauerfeier am Montag auf dem Campus

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Roland Weihrauch / dpa

Bei dem Messerangriff waren auch drei Studierende im Alter von 22 Jahren verletzt worden. Ein Student sei inzwischen aus der Klinik entlassen worden, bei einer Studentin stehe dies kurz bevor, berichtete ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das dritte Opfer habe schwere Bauchverletzungen erlitten. Die Ärzte gingen laut Staatsanwaltschaft davon aus, dass die 22-Jährige außer Lebensgefahr sei.

Der mutmaßliche Täter war in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Die Ermittler gehen nach einem Gutachten davon aus, dass der 34-Jährige bei der Tat schuldunfähig oder vermindert schuldfähig war. Erst zwei Tage vor der Tat habe er einen Suizidversuch unternommen und sei deswegen in einer psychiatrischen Klinik behandelt worden.

Die Polizei sprach von einer Amoktat. Der Mann habe Verfolgungsängste und Wahnvorstellungen gehabt und geglaubt, die Angegriffenen gehörten zu einer Gruppe, die ihm nach dem Leben trachte. Er soll zunächst auf drei Studierende eingestochen haben. In einem Hörsaal habe er dann die 30-Jährige während einer Vorlesung attackiert.

Der Tatverdächtige werde von einem Psychiater weiter eingehend begutachtet, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen würden voraussichtlich mehrere Wochen dauern.

Die Hochschule kündigte an, dass es in dieser und in der kommenden Woche noch keine Lehrveranstaltungen geben werde. Die Prüfungsphase solle zwar planmäßig am 27. Juni beginnen. Geprüft werde aber nur der Stand, der bis zur vergangenen Woche vermittelt worden sei.

fok/dpa
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