Prozess um tödlichen Messerangriff in Chemnitz Polizisten geben Ermittlungspanne zu

Im Gerichtsverfahren zum tödlichen Messerangriff von Chemnitz haben zwei Polizeibeamte einen Fehler bei den Ermittlungen offenbart. Es geht um die blutverschmierten Hände des Angeklagten.

Alaa S. mit Sicherheitskräften im Landgericht Dresden (Foto vom 18. März)
Matthias Rietschel/DPA

Alaa S. mit Sicherheitskräften im Landgericht Dresden (Foto vom 18. März)


Seit dem 18. März steht Alaa S. wegen mutmaßlichen gemeinschaftlichen Totschlags vor dem Landgericht Chemnitz. Ihm wird vorgeworfen, gemeinsam mit einem flüchtigen Iraker am 26. August 2018 in Chemnitz Daniel Hillig erstochen zu haben.

Am Montag offenbarte die Polizei nun eine Panne bei den Ermittlungen. Demnach wurden bei der vorläufigen Festnahme des Angeklagten S. dessen blutverschmierte Hände weder fotografiert noch später im Sachstandsbericht erwähnt. Das sagten zwei Beamte als Zeugen aus. Zur Begründung hieß es, man habe es nicht wichtig gefunden, das zu dokumentieren - es sei wohl vergessen worden.

Ein weiterer Zeuge sagte aus, er sei sich sicher, dass S. an der Tat beteiligt gewesen sei. In dem Prozess, der in Dresden verhandelt wird, hatte die Anklage zuletzt Rückschläge hinnehmen müssen. Unter anderem machte der wichtigste Belastungszeuge Erinnerungslücken geltend.

Die Verteidigung fordert die Ablösung von Staatsanwalt Stephan Butzkies. Rechtsanwältin Ricarda Lang sieht wegen eines laufen Ermittlungsverfahrens gegen den Ankläger die Gefahr mangelnder Objektivität. (Mehr dazu lesen Sie hier.) Über den Antrag soll die Chemnitzer Staatsanwaltschaft entscheiden.

Der Prozess wird am 9. Mai fortgesetzt.

ala/dpa

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