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Klotüren-Klau: Metalldiebe machen Raststätten unsicher

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Metalldiebstahl auf Raststätten Der Klotüren-Klau geht um

Ob Kupferdrähte, Rohrleitungen oder Gullydeckel: Metalldiebe montieren alles ab, was lukrative Erlöse auf dem Schrottplatz verspricht. Im östlichen Brandenburg wurden nun 22 stählerne Toilettentüren von Autobahnraststätten gestohlen. Die Polizei steht vor einem Rätsel.

Erkner - Keine Spur von den Klotüren. Nach dem Diebstahl von 22 Edelstahl-Toilettentüren an Ostbrandenburger Autobahnrastplätzen binnen weniger Tage hat die Polizei noch keine Hinweise auf die Täter. "Weder zur Tat noch zum Verbleib der Türen haben wir Erkenntnisse", räumt Sprecher Detlef Lüben vom Schutzbereich Oder-Spree ein. Lediglich auf der Internetseite der Autobahnmeisterei Erkner, in deren Abschnitt allein vier Türen demontiert worden sind, habe es einen Hinweis gegeben, sagt Andreas Müller, Chef der Betriebstätte. Die Auswertung überlasse er der Polizei.

Während Ermittler, der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg und auch der ADAC laut Pressesprecherin Claudia Nolte von einem bislang einmaligen Vorgang sprechen, kommt dem Spezialbau-Unternehmen Hering Bau im nordrhein-westfälischen Burbach die Geschichte durchaus bekannt vor. Das Familienunternehmen hat bundesweit an Autobahnraststätten "Stille Örtchen" gebaut sowie Innenstädte und Bahnhöfe mit WC-Anlagen ausgerüstet.

"6000 Anlagen haben wir in den vergangenen Jahren hergestellt", sagt Gabi Jentzsch von der Produktionsabteilung des Unternehmens. Dass Türen oder anderes Edelstahlmobiliar gestohlen werde, sei kein Einzelfall, erklärt sie und macht den märkischen Kriminaltechnikern und Ermittlern wenig Hoffnung: "Mir ist nicht bekannt, dass jemals ein Täter ermittelt wurde oder die Beute wieder aufgetaucht ist." Ermittlungshilfe könne der Betrieb nicht leisten, doch habe das Unternehmen bereits ein Angebot für neue Türen gemacht.

1420 Euro pro Tonne Edelstahlschrott

Der Wert einer Tür, wie sie Hering Bau von Subunternehmern herstellen lässt, liegt laut Jentzsch bei 2000 Euro. Da es keine Standardmaße gebe, die Türen also Spezialanfertigungen seien, "ist der Preis relativ hoch", sagt Jentzsch. Eine komplette Türanlage koste zwischen 5000 und 6000 Euro.

"Die Ausstattungen an den Autobahnen werden komplett vom Bund finanziert", sagt Cornelia Mitschka vom Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen. Den Schaden nach dem Türenklau auf den Raststätten Kersdorfer See, Briesenluch, Lebbiner Heide, Berliner Urstromtal und auf dem Parkplatz Kalkberge entlang der Autobahnen 12 und 10, den die Polizei auf etwa 110.000 Euro beziffert, müsse letztlich der Steuerzahler begleichen.

Einen Einbau der Türen an anderer Stelle - wie es die Polizei vermutet - bezweifelt Jentzsch. "Es sind ja Spezialmaße", sagt sie. Edelstahl zu verschrotten, könne durchaus ein Motiv der Diebe gewesen sein, denn der Preis sei gut. Der aktuelle Preis für Edelstahlschrott liegt bei 1420 Euro pro Tonne, wie der Berliner Schrotthändler Efrem Guschew sagt. Allerdings würden die Diebe mit den Klotüren keine große Kasse machen. Denn die Türen sind nur außen aus Edelstahl. Hinter der Verkleidung verbirgt sich ein Dämmstoff.

"Für Mischschrott gibt es nur 110 bis 150 Euro je Tonne", sagt Guschew. Auf seinem Schrotthof in Berlin-Hohenschönhausen seien die Türen noch nicht aufgetaucht. "Wir würden sie ohnehin nicht nehmen, wir lesen ja auch Zeitung."

Peter Könnicke, dapd
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