Sinaloa-Kartell Mexikanischer Drogenboss an die USA ausgeliefert

José Antonio Torres Marrufo, alias "der Jaguar", ist an die Vereinigten Staaten ausgeliefert worden. Dem Boss des berüchtigten Sinaloa-Kartells werden schwerste Gewaltverbrechen vorgeworfen.

José Antonio Torres Marrufo nach seiner Verhaftung im Februar 2012
Marco Ugarte/ AP

José Antonio Torres Marrufo nach seiner Verhaftung im Februar 2012


Die mexikanischen Behörden haben den Drogenboss José Antonio Torres Marrufo an die USA ausgeliefert. Dies bestätigte das US-Justizministerium.

Marrufo, alias "Jaguar", gilt als führende Figur des Sinaloa-Kartells. Dessen früherer Boss Joaquín "El Chapo" Guzmán war im Februar in einem Mammutprozess in New York in allen Anklagepunkten für schuldig befunden worden und muss nun lebenslang hinter Gitter.

Das Sinaloa-Kartell ist das mächtigste Drogenkartell in Mexiko und soll in großen Mengen Kokain, Marihuana und andere Drogen in die USA schmuggeln.

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Joaquín "El Chapo" Guzmán: Das Urteil gegen den Drogenboss

Marrufo werden schwerste Gewaltverbrechen vorgeworfen. Er soll ein führendes Mitglied der kriminellen Organisation "Gente Nueva" gewesen sein, eines bewaffneten Arms des Sinaloa-Kartells, dessen Killer für Folter und Morde verantwortlich sind und im Kampf gegen das verfeindete Juárez-Kartell eingesetzt wurden. Allein der Krieg dieser beiden Kartelle hat seit Mitte der Nullerjahre Tausende Menschen das Leben gekostet. Über die Drogenroute El Paso - Juárez wird laut US-Drogenfahndern etwa 70 Prozent des gesamten Kokains geschmuggelt, das in die Vereinigten Staaten gelangt.

Marrufo war bereits im April 2012 zusammen mit Guzmán und anderen Kartellangehörigen in den USA angeklagt worden. Er sollte noch am Mittwoch vor einem Bundesgericht im texanischen El Paso erscheinen.

Von der mexikanischen Bundespolizei am 4. Februar 2012 verhaftet, gilt Marrufo als Drahtzieher eines Massakers in einer Drogenentzugsanstalt 2009 in Juarez, bei dem 17 Menschen exekutiert wurden. Ihm wird außerdem vorgeworfen, im September 2009 die Entführung und Ermordung eines Mannes aus Texas veranlasst zu haben. Das Kartell machte diesen für den Verlust einer Ladung von rund 300 Kilo Marihuana verantwortlich, die von der US-Grenzpolizei beschlagnahmt worden war. Der verstümmelte Körper des Mannes wurde in der mexikanischen Grenzstadt Juárez entdeckt.

Im Mai 2010 wurden laut Anklage bei einer Hochzeitsfeier in Ciudad Juárez auf Befehl Marrufos der Bräutigam - ein US-Bürger -, dessen Bruder und dessen Onkel entführt, gefoltert und ermordet.

ala/dpa

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