Drogenkrieg in Mexiko Attentäter feuern auf Kindergeburtstag – zahlreiche Tote

Es geht um die Kontrolle des Drogenmarktes: Erneut hat es eine Attacke verfeindeter Gangs in Zentralmexiko gegeben. Unter den Opfern sind mehrere Kinder.

Im mexikanischen Bundesstaat Guanajuato sind bei zwei Angriffen von Bewaffneten mindestens elf Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder. Bewaffnete Männer hätten das Feuer auf eine Gruppe von Menschen in einem Haus in der Gemeinde Silao eröffnet und drei Männer, zwei Frauen und ein Kind getötet, erklärte die Staatsanwaltschaft am Sonntag. Lokalen Medienberichten zufolge erfolgte der Angriff während eines Kindergeburtstags am Samstagabend.

Später am selben Abend töteten bewaffnete Männer nach Angaben der Staatsanwaltschaft fünf Mitglieder derselben Familie in der Gemeinde Apaseo el Grande, darunter ein 14-jähriges Mädchen. Ein acht Monate altes Baby erlitt eine Schusswunde am Arm.

Die Gewalt in dem zentralen Bundesstaat Guanajuato hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Die beiden Drogenkartelle Santa Rosa de Lima und Jalisco Nueva Generación kämpfen dort um die Kontrolle über den lukrativen Drogenhandel und den Markt für gestohlene Kraftstoffe.

Auch in anderen Teilen des Landes kommt es immer wieder zu brutalen Übergriffen. Zuletzt hatte eine Schießerei zwischen rivalisierenden Banden an einem Strand bei Cancún die Touristen in der beliebten mexikanischen Urlaubsregion in Angst und Schrecken versetzt. Es habe eine Auseinandersetzung zwischen verfeindeten Gruppen von Drogenhändlern im Ort Puerto Morelos gegeben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Quintana Roo mit.

Hunderttausende Opfer im Drogenkrieg

Ende Oktober war eine deutsche Touristin gestorben, als sie bei einer Schießerei in einer Bar im Urlaubsort Tulum zwischen die Fronten geriet. Eine weitere Frau aus Indien kam ebenfalls ums Leben. Der Ort liegt südlich von Cancún an der Karibikküste.

In Mexiko, wo rund 126 Millionen Menschen leben, werden nach jüngsten Zahlen im Schnitt mehr als 80 Morde am Tag registriert – in Deutschland waren es im gesamten vergangenen Jahr 245. Die meisten Taten werden nie aufgeklärt. Seit 2006 setzt die Regierung Bundestruppen zur Bekämpfung der Kartelle ein, mehr als 300.000 Menschen wurden seitdem getötet.

jok/AFP