Mexiko schließt berüchtigtes Gefängnis Der Staat gibt auf

4500 Häftlinge wurden verlegt, nun endet in Mexiko eine Ära: Die Behörden haben das wohl verrufenste Gefängnis des Landes aufgegeben. Noch vor wenigen Jahren waren dort Dutzende Insassen bei Kämpfen gestorben.

Ende einer Ära: Sicherheitskräfte führen die letzten Insassen des Gefängnisses Topo Chico ab
Daniel Becerril/REUTERS

Ende einer Ära: Sicherheitskräfte führen die letzten Insassen des Gefängnisses Topo Chico ab


Dreieinhalb Jahre nach einem Massaker mit Dutzenden Toten haben die Behörden das Gefängnis Topo Chico im Norden Mexikos geschlossen. Der Gouverneur des Bundesstaats Nuevo León, Jaime Rodríguez, verriegelte den Haupteingang der Justizvollzugsanstalt in Monterrey mit einem Vorhängeschloss.

"Nach fast 80 Jahren schließen wir heute eines der gefährlichsten Gefängnisse", schrieb Rodríguez auf Twitter. Das Ende der berüchtigten Haftanstalt war lange vorbereitet worden: Im Laufe des vergangenen Jahres waren mehr als 4500 Häftlinge in andere Gefängnisse verlegt worden.

Topo Chico war 76 Jahre in Betrieb und galt als eines der Gefängnisse mit den häufigsten und heftigsten Gewaltausbrüchen in Mexiko. Im Februar 2016 waren dort bei Kämpfen zwischen verfeindeten Banden aus dem Drogenmilieu 49 Menschen ums Leben gekommen. "Wir erleben eine Tragödie", sagte Rodríguez damals. Die unzumutbaren Haftbedingungen in dem überfüllten Gefängnis seien ein Grund für den Gewaltausbruch gewesen.

Der Nationalen Menschenrechtskommission zufolge hatten die Behörden die Kontrolle über das Gefängnis vollständig verloren. Künftig dient die Anstalt als Archiv der Provinzregierung. Auf dem Gelände soll außerdem ein Park entstehen.

mxw/dpa

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