Mexiko Gefangenenbefreiung gescheitert - acht Tote

Eskalation im Drogenkrieg: Beim Versuch, Häftlinge aus einem Polizeikonvoi zu befreien, haben Unbekannte acht Sicherheitsbeamte erschossen - ihr Ziel aber erreichten sie nicht.


Mit drei Lastwagen griffen Unbekannte den Polizeikonvoi an, der neun Häftlinge von Flughafen der Stadt Tepic im mexikanischen Bundesstaat Nayarit in ein Gefängnis bringen sollte. Bei der anschließenden Schießerei töteten die Angreifer sechs Polizeibeamte und zwei Gefängniswächter. Ihr Ziel, die Gefangenen zu befreien, erreichten die Täter nicht. Sie flohen mit ihren Lkw vom Tatort.

Wie das Ministerium für öffentliche Sicherheit am Samstag mitteilte, hatte der Konvoi neun mutmaßliche Angehörige des Beltran-Leyva-Drogenkartells vom Flughafen abgeholt. Einer der Häftlinge sei ein mutmaßlich führendes Mitglied der Bande.

Der mit Jeronimo Gamez benannte Mann war im Januar nahe Mexiko City unter dem Verdacht festgenommen worden, für das Kartell in Kolumbien Kokain organisiert zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll es sich bei ihm um einen Cousin von Arturo Beltran Layva, einem der mächtigsten Drogenbarone Mexikos, handeln.

Die Drogenkriminalität in Mexiko hat im vergangenen Jahr 6300 Menschen das Leben gekostet und droht auf die USA überzugreifen. Zwei Drogenbeamte sind 2008 zu Haftstrafen verurteilt worden, nachdem sie Bestechungsgelder in Höhe von 500.000 Dollar vom Beltran-Layva-Kartell angenommen hatten.

Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Barack Obama Mexiko Hilfe bei der Bekämpfung der Drogenkartelle zugesagt.

mak/AP/Reuters



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