Mexiko Hungern fürs Schäferstündchen in Haft

Das Gefängnis Cereso Rosa in Mexiko hat für intime Zusammenkünfte ein Besuchszimmer eingerichtet. Dort können sich die weiblichen Häftlinge mit ihren Männern vergnügen. Doch der Ansturm ist zu groß.


Aguascalientes - Die Mexikanerin Carolina Lopez versucht ihren Anspruch auf Sex deshalb jetzt auf besonders rigorose Weise durchzusetzen: Sie trat in den Hungerstreik. Sie werde so lange nichts essen, bis sie ihren Mann sehen könne, drohte Lopez.

Die 37-Jährige ist eine von 27 Häftlingen, die über die besondere Besuchserlaubnis für ein Stelldichein mit ihrem Mann verfügt. "Doch das eine Zimmer reicht hinten und vorne nicht", klagt Lopez. "Deshalb entscheidet das Los. Aber obwohl ich gewonnen hatte, konnte ich meinen Mann nicht sehen."

Möglicherweise wird die wegen Drogenschmuggels inhaftierte Lopez ihren Protest schon bald beenden können. Peinlich berührt sagte Gefängnisleiter Hector Camarillo eine rasche Lösung des drängenden Problems zu. Künftig werde das intime Beisammensein auf jeweils sechs Stunden pro Insassin begrenzt, kündigte er an. Sollte die Nachfrage dann immer noch zu groß sein, werde er ein zweites Zimmer einrichten.

aki/AFP



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