Mexiko Mindestens sechs Tote bei Lehrer-Protesten

Mindestens sechs Menschen sind in Mexiko bei Zusammenstößen zwischen streikenden Lehrern und Polizisten getötet worden. Unklar ist, wer die Schüsse abfeuerte.

Lehrer-Proteste in Oaxaca
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Lehrer-Proteste in Oaxaca


Die mexikanische Polizei hat in Asunción Nochixtlán im Bundesstaat Oaxaca versucht, mit Tränengas eine seit einer Woche andauernde Straßenblockade der Lehrergewerkschaft aufzulösen. Bei den gewaltsamen Zusammenstößen wurden sechs Menschen getötet und mehr als hundert Personen verletzt. Nach Angaben von Sicherheitsbehörden fielen Schüsse.

Unklar ist, wer die Schüsse abfeuerte. Die Nationale Sicherheitskommission bestritt, dass die Polizisten scharfe Waffen eingesetzt hätten. Sie seien ohne Schusswaffen zu dem Einsatz erschienen. 55 der Verletzten seien Polizisten, acht von ihnen hätten Schussverletzungen davongetragen.

In mexikanischen Medien kursierten allerdings Fotos, die bewaffnete Polizisten bei dem Einsatz zu zeigen scheinen. Die Sicherheitskommission bezeichnete die Aufnahmen zunächst als gefälscht. "Die Schüsse kamen von Unbekannten und hatten mit der Blockade nichts zu tun", teilte die Kommission mit. Ziele der unbekannten Schützen sei es gewesen, "Unruhen auszulösen".

Proteste gegen geplante Bildungsreform

Später sagte der Chef der Bundespolizei, Enrique Galindo, eine bewaffnete Einheit sei eingesetzt worden, nachdem unbekannte Täter auf Polizisten und Zivilisten gefeuert hätten. Die Lehrer hätten mit den Schüssen nichts zu tun, sagte Galindo weiter.

Zu der Protestkundgebung hatte die Lehrergewerkschaft CNTE aufgerufen. Sie macht derzeit massiv gegen die geplante Bildungsreform der Regierung unter Präsident Enrique Peña Nieto mobil. Vorgesehen ist unter anderem, die Leistung von Lehrkräften regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen. Außerdem protestiert die Gewerkschaft gegen die Verhaftung von zwei Führungsmitgliedern.

In Oaxaca, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaats, gab es ebenfalls Proteste. Demonstranten bereiteten Barrikaden und Brandbomben vor. Die Geschäfte schlossen, die Straßen waren leer. Ein CNTE-Sprecher sagte, der Widerstand sei friedlich. Doch die Gegenseite lehne Verhandlungen ab und setze auf Gewalt. Deshalb gelte es, dafür gerüstet zu sein.

wit/AFP



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