Mexiko Polizei schnappt berüchtigten Drogenschmuggler

Er soll tonnenweise Kokain und Methamphetamin in die USA und nach Europa geschmuggelt haben - jetzt ist Luis Rodriguez Olivera gefasst worden. Mexikanische Polizisten verhafteten den "Blondie" genannten Drogenhändler.

Drogenschmuggler "Blondie": Verhaftet am Flughafen
REUTERS/Mexican Federal Police

Drogenschmuggler "Blondie": Verhaftet am Flughafen


Mexiko-Stadt - Die mexikanische Bundespolizei hat am Flughafen von Mexiko-Stadt einen der von den USA meistgesuchten Drogenschmuggler gefasst. Luis Rodriguez Olivera sei bereits am Dienstag festgenommen worden, hieß es jetzt. US-Behörden hatten eine Belohnung von fünf Millionen Dollar für die Ergreifung des Mannes mit dem Spitznamen "El Guero" ausgesetzt. Guero ist ein Slangwort für hellhäutige, meist blonde Menschen.

Olivera und seinem Bruder Esteban wird vorgeworfen, zwischen 1996 und 2008 tonnenweise Kokain und Methamphetamin ("Meth") in die USA und nach Europa geschmuggelt zu haben. Esteban wurde bereits im März in die USA ausgeliefert. Nun muss die mexikanische Justiz über den Auslieferungsantrag der USA für Olivera entscheiden.

Oliveras Schmugglerbande "Los Gueros" arbeitete zeitweise mit großen mexikanischen Drogenkartellen zusammen. So werden dem 39-jährigen Olivera Verbindungen zum Chef des Sinaloa-Kartells, Joaquín "El Chapo" Guzmán, nachgesagt. Guzmán ist der wichtigste Drogenbaron Mexikos, er steht sogar auf der "Forbes"-Liste der mächtigsten Menschen der Welt. Auf den Milliardär ist ein Kopfgeld von sieben Millionen Dollar ausgesetzt. Seit seinem spektakulären Gefängnisausbruch in einem Wäschewagen im Jahr 2001 konnte er den Behörden aber immer wieder entwischen.

Zudem beschlagnahmte die Polizei am Mittwoch 120 Tonnen eines chemischen Ausgangsstoffes zur Herstellung von Methamphetamin in der Hafenstadt Lazaro Cardenas. Experten schätzten den Wert der Ladung auf mehr als 300 Millionen Dollar.

Es ist der fünfte Fund dieser Größenordnung allein im Dezember. Die Ladung kam aus China und sollte laut Behördenangaben nach Guatemala weitertransportiert werden. Der Polizei zufolge hat das Sinaloa-Kartell die Produktion von Meth in großen Mengen aufgenommen.

Drogenschmuggel und die Aktivitäten der Kartelle sind riesige Probleme in Mexiko. Seit Ende 2006 sind nach Schätzungen mexikanischer Medien bis zu 50.000 Menschen im von Präsident Calderón initiierten Drogenkrieg getötet worden.

ulz/dapd/AP/Reuters



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tinosaurus 29.12.2011
1. Kampf gegen Drogen
Egal wieviele Schmuggler noch geschnappt werden, der Kampf gegen Drogen ist so nicht zu gewinnen. Zu groß sind die möglichen Gewinne, zu umfangreich die Verwicklungen bzw. Verbindungen zu der Waffenindustrie. Hier könnte man schon aus der Vergangenheit und Geschichte viel lernen, wenn man nur will. Der Staat sollte das ganze Geschäft konsequent an sich reißen. Das würde nicht nur sehr viel Geld einbringen, sondern hätte auch noch andere gewichtige Vorteile ( im Bereich der Kriminalität, Gesundheit z.B.)
carranza 29.12.2011
2. Warum genau das nicht geschieht
Zitat von tinosaurusEgal wieviele Schmuggler noch geschnappt werden, der Kampf gegen Drogen ist so nicht zu gewinnen. Zu groß sind die möglichen Gewinne, zu umfangreich die Verwicklungen bzw. Verbindungen zu der Waffenindustrie. Hier könnte man schon aus der Vergangenheit und Geschichte viel lernen, wenn man nur will. Der Staat sollte das ganze Geschäft konsequent an sich reißen. Das würde nicht nur sehr viel Geld einbringen, sondern hätte auch noch andere gewichtige Vorteile ( im Bereich der Kriminalität, Gesundheit z.B.)
Das hätte einen ganz gewaltigen Nachteil: Die ganzen Saubermänner, die direkt oder indirekt daran mitverdienen, gingen ganz plötzlich leer aus und müßten sich neue Einnahmequellen suchen.
Raser52 29.12.2011
3. Kampf gegen Drogen
Zitat von tinosaurusEgal wieviele Schmuggler noch geschnappt werden, der Kampf gegen Drogen ist so nicht zu gewinnen. Zu groß sind die möglichen Gewinne, zu umfangreich die Verwicklungen bzw. Verbindungen zu der Waffenindustrie. Hier könnte man schon aus der Vergangenheit und Geschichte viel lernen, wenn man nur will. Der Staat sollte das ganze Geschäft konsequent an sich reißen. Das würde nicht nur sehr viel Geld einbringen, sondern hätte auch noch andere gewichtige Vorteile ( im Bereich der Kriminalität, Gesundheit z.B.)
Wer sagt Dir, daß es nicht schon so ist?? Ich bin überzeugt, daß da schon weinigew Politiker in Mexiko schon mitmischen.
badabum 29.12.2011
4. legalisieren
ich weiß nicht, was in den köpfen der politiker vorgeht oder ob überhaupt gewünscht wird, das der drogenkonsum/deal aufhört?! warum nicht einfach alles legalisieren? überall, so gibt es auch keinen drogenturismus wie in amsterdam! das zeug wird ohnehin konsumiert, egal was für eine politik gemacht wird! verkauft das zeug einfach mit einer normalen arzneimittelgewinnspanne und kassiert lieber steuern, als sie für die bekämpung millionenfach auszugeben... aber im ernst, der verdacht, es ist garnicht gewünscht, ist schon sehr present - wer weiß schon, wer oder was da alles mitverdient...
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