Mexiko Polizei verhaftet berüchtigten Drogenboss

Dicker Fisch im Netz: An der Grenze zu Texas haben mexikanische Ermittler den Chef der gefürchteten Zeta-Bande festgenommen. Der ehemalige Polizist Gregorio Sauceda Gamboa gilt als einer der meistgesuchten Drogenbosse des Landes und soll tonnenweise Rauschgift in die USA geschafft haben.

Mexiko-Stadt - Showdown in der Stadt Matamoros nahe der Grenze zu Texas: Nach Hinweisen aus Geheimdienstkreisen konnten die Fahnder Gregorio Sauceda Bamboa hier am Mittwoch festnehmen. Der 44-Jährige stand auf einer Liste von zwei Dutzend Drogenbossen, auf deren Ergreifung Belohnungen von bis zu 2,1 Millionen Dollar ausgesetzt sind.

Bei Sauceda Gamboa wurden mehrere Schusswaffen und mehr als 4500 Schuss Munition gefunden. Mit ihm seien eine Frau, vermutlich seine Ehefrau, und ein Mann festgenommen worden, heißt es.

Der mexikanischen Bundespolizei zufolge war Sauceda Gamboa früher selbst Polizeiermittler und wesentlich an der Gründung des sogenannten Golf-Kartells im Jahr 1996 beteiligt. Dieses war in Konkurrenz zum rivalisierenden Pazifik-Kartell ins Leben gerufen worden.

Allein in den vergangenen Jahren kamen bei blutigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Clans rund 10.650 Menschen in Mexiko ums Leben.

Sauceda Gamboa half dem Golf-Kartell nach Polizeiangaben, jeden Monat durchschnittlich zehn Tonnen Kokain und 30 Tonnen Marihuana über die Grenze in die USA zu schaffen. Die Zeta-Bande gilt als besonders gewalttätig. Sie ist an der mexikanischen Golfküste aktiv und soll für viele der Tausenden Toten verantwortlich sein.

Kurz vor der Verhaftung des Drogenbosses hat das Oberhaus des mexikanischen Parlaments beschlossen, den Besitz kleinerer Drogenmengen straffrei zu machen. Die Senatoren stimmten einem Gesetzentwurf zu, der vorsieht, dass Personen bis zu zwei Gramm Heroin, fünf Gramm Marihuana oder fünf Milligramm Kokain bei sich tragen dürfen. Mit dem neuen Gesetz soll vor allem der Drogenhandel bekämpft werden, hieß es am Mittwoch in mexikanischen Zeitungsberichten. Es sieht zudem vor, dass Drogenkranke zur Behandlung gezwungen werden können.

ala/AP
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