Nach Kritik von Menschenrechtlern Chef der mexikanischen Bundespolizei entlassen

Mexikos Polizeichef Enrique Galindo muss gehen. Menschenrechtler hatten zuvor schwere Vorwürfe erhoben: In seiner Amtszeit sollen Bundespolizisten Menschen "willkürlich hingerichtet" haben.

Mexikos Innenminister Chong
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Mexikos Innenminister Chong


Nach schweren Vorwürfen von Menschenrechtlern ist der Chef der mexikanischen Bundespolizei entlassen worden. "Angesichts der jüngsten Ereignisse und auf Anweisung des Präsidenten hat Enrique Galindo seinen Posten aufgegeben", sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong.

Er äußerte sich nicht zu den konkreten Gründen für diesen Schritt, sondern sagte lediglich, Ziel sei es, die rasche und transparente Ermittlungsarbeit der Behörden sicherzustellen. Galindo wird durch Manelich Castilla ersetzt, der bei der mexikanischen Bundespolizei bislang für die Gendarmerie zuständig war.

Vor knapp zwei Wochen hatte die Nationale Menschenrechtskommission (CNDH) einen Bericht vorgelegt und darin schwere Vorwürfe erhoben: Demnach hatten Bundespolizisten bei einem Einsatz im vergangenen Jahr 22 mutmaßliche Mitglieder eines Drogenkartells erschossen, nachdem sie bereits gefasst waren. Die Polizei habe "exzessiv" Gewalt angewandt und dabei Zivilisten "willkürlich hingerichtet", hieß es.

Internationale Organisationen und Menschenrechtsorganisationen kritisieren immer wieder die mexikanischen Sicherheitskräfte. Nach Angaben der Uno sind Folter und Misshandlungen durch Polizei und Militär in Mexiko weit verbreitet.

aar/dpa/AFP

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