Mexiko Unbekannte entführen Sohn von Drogenboss "El Chapo"

Im mexikanischen Puerto Vallarta sind sechs Menschen verschleppt worden. Nun bestätigt die Staatsanwaltschaft: Darunter ist auch ein Sohn des berüchtigten Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán.

Polizeieinsatz in Puerto Vallarta
DPA

Polizeieinsatz in Puerto Vallarta


Unbekannte haben in Mexiko einen Sohn von Joaquín "El Chapo" Guzmán entführt. Jesús Alfredo Guzmán Salazar sei unter denen, die aus einem Restaurant in Puerto Vallarta verschleppt worden waren, sagte Staatsanwalt Eduardo Almaguer.

Gegen den 29-jährigen Guzmán liegt eine Anklage wegen Drogenhandels in den USA vor. Sein Vater ist Chef des Sinaloa-Kartells. "El Chapo" war nach einem spektakulären Gefängnisausbruch im Januar erneut verhaftet worden und wartet derzeit auf seine Auslieferung in die USA. Dort werden ihm Mord, Drogenhandel, organisierte Kriminalität und Geldwäsche vorgeworfen.

In der Nacht zum Montag hatte ein bewaffnetes Kommando das Restaurant La Leche in Puerto Vallarta an der Pazifikküste gestürmt und sechs Menschen entführt. Almaguer sagte, bei den Opfern handele es sich vermutlich um Mitglieder des Sinaloa-Kartells. Die Tat stünde offenbar im Zusammenhang mit Verteilungskämpfen in der Unterwelt.

Puerto Vallarta im Bundesstaat Jalisco an der Pazifikküste ist ein beliebtes Urlaubsziel von Mexikanern und Ausländern. In den Sechzigerjahren war die Stadt beim internationalen Jetset beliebt. Neben dem Sinaloa-Kartell ist in der Region auch das Drogenkartell Jalisco Nueva Generación aktiv.

Beide Gruppen waren einst verbündet, zuletzt mehrten sich jedoch Hinweise auf einen Bruch der Allianz: Das Kartell Jalisco Nueva Generación hat seinen Einfluss zuletzt erheblich ausgebaut und gehört mittlerweile zu den mächtigsten Verbrecherbanden des Landes.

aar/dpa/Reuters/AP



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