Solidarität mit Protest in Ferguson Erschießt uns nicht

Schwarze Studenten aus Washington solidarisieren sich mit den Demonstranten in Ferguson. Mit einem emotionalen Foto erinnern sie an die Opfer von Polizeigewalt.

Nicht schießen, wir sind unbewaffnet: Studenten aus Washington protestieren gegen Polizeigewalt

Nicht schießen, wir sind unbewaffnet: Studenten aus Washington protestieren gegen Polizeigewalt


Washington - Studenten der Howard University in Washington D.C. haben ein bewegendes Zeichen gegen rassistisch motivierte Polizeigewalt gesetzt. Sie posteten bei Twitter ein Foto, auf dem ein Teil der Studentenschaft mit erhobenen Händen zu sehen ist. Überschrieben ist es mit den Worten "#DONTSHOOT".

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Foto und Geste sind eine Anspielung auf den Tod von Mike Brown. Der 18-Jährige war am vergangenen Wochenende auf dem Weg zu seiner Großmutter angeblich hinterrücks von einem weißen Polizisten erschossen worden. Die Polizei sagt, der Beamte sei zuvor angegriffen worden.

Mike Brown ist bereits der dritte unbewaffnete Schwarze, der in den vergangenen drei Monaten in den USA bei Polizeieinsätzen getötet wurde: Am 17. Juli starb Eric Garner, sechsfacher Familienvater, bei einer Festnahme in New York. John Crawford wurde am 5. August in einem Supermarkt in Beavercreek, Ohio, erschossen. Der 22-Jährige hielt eine dort erhältliche Spielzeugpistole in der Hand.

Bereits unmittelbar nach den Schüssen auf Brown hatten Schwarze in den sozialen Netzwerken gegen institutionellen Rassismus demonstriert. Unter dem Hashtag "#IfTheyGunnedMeDown" wurde gegen die fragwürdige Darstellung von schwarzen Gewaltopfern in den Medien debattiert. "#MyaWhite" steht für eine Absolventin der Howard University, die bei den Protesten in Ferguson von einem Gummigeschoss der Polizei getroffen wurde.

Die Howard University zählt zu den sogenannten Historically Black Colleges and Universities - Hochschulen, die vor 1964 eigens für Schwarze gegründet wurden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, "Historically Black Colleges and Universities" seien in den sechziger Jahren gegründet wurden. Tatsächlich handelt es sich um Hochschulen, die vor 1964 gegründet wurden.

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insgesamt 9 Beiträge
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andre_22 14.08.2014
1. Ein wenig differenzierter bitte...
Sicher kann man au den Verdacht kommen,das da in bestimmten Regionen etwas bei zumindest einigen Polizeibeamten nicht stimmt! Auch kann man deswegen auf die Strasse gehen aber Plünderungen und das Werfen von Molis usw. ist nicht besser als einen Unbewafneten Jungen mit 5 Schuss niederzuschiessen!
RocknRolli 14.08.2014
2. Wer schon einmal in den USA war...
... kennt den dort gelebten Rassismus, der allerdings nur in bestimmten Regionen und Personengruppen beheimatet ist.
TheK79 14.08.2014
3.
Der teilweise vorhandene Rassismus ist ein Teil des Problems – ein anderer ist die allgemeine Schießwütigkeit der amerikanischen Polizei. Jährlich werden dort hunderte Verdächtige bei einer Festnahme erschossen – bei uns sind es weniger als 10 und fast jeder Fall geht überregional durch die Medien.
HenryFromWob 14.08.2014
4.
Wenn die Polizei teilweise Fahrzeuge und Bewaffnung der Armee übernimmt, weil eine Entsorgung teurer wäre als den Kram in anderen Bereichen weiterhin zu verwenden, dann muss man sich nicht wundern, wenn diese tollen Gerätschaften die Polizei martialischer werden lassen. Und der latente Rassismus und die Vorurteile gegenüber der afroamerikanischen Bevölkerung sind ja weiterhin gegenwärtig.
udolf 14.08.2014
5.
Zitat von andre_22Sicher kann man au den Verdacht kommen,das da in bestimmten Regionen etwas bei zumindest einigen Polizeibeamten nicht stimmt! Auch kann man deswegen auf die Strasse gehen aber Plünderungen und das Werfen von Molis usw. ist nicht besser als einen Unbewafneten Jungen mit 5 Schuss niederzuschiessen!
Das ist halt die resultierende Wut wenn man immer wieder drangsaliert wird irgendwann bricht das aus. Ist natürlich nicht schön, liegt auch daran das die "schwarze Community" keinen vertrauten Bürgerrechtler hat der auch entsprechend Einfluss auf die Handlungsweise hat und die Emotionalität katalysieren kann.
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