Michael Jacksons letzte Minuten Arzt soll Wiederbelebungsmaßnahmen unterbrochen haben

Zeugenaussagen von drei Mitarbeitern Michael Jacksons werfen ein neues Licht auf die letzten Minuten des Popstars. Demnach soll sein Leibarzt die Wiederbelebungsversuche unterbrochen haben, um Medikamente verschwinden zu lassen. Die Schilderungen muten dramatisch an.

ddp

Los Angeles - Die neuen Vorwürfe gegen Jacksons Arzt, Dr. Conrad Murray, stützen sich in erster Linie auf die Zeugenaussage von Alberto Alvarez, einem Mitarbeiter des Sängers, sowie auf Äußerungen von zwei weiteren Männern aus Jacksons Stab.

Demnach war Alvarez von Jacksons Assistenten angerufen worden, als der Todeskampf des Popstars begann. Als sich Alvarez im Schlafzimmer Jacksons einfand, hatte der Arzt bereits mit den Wiederbelebungsversuchen begonnen.

Alvarez sagte aus, Jackson habe auf dem Bett gelegen, eine Infusion im Bein. Sein Mund habe offen gestanden, seine Augen waren geöffnet, kein Lebenszeichen sei erkennbar gewesen.

"Er hatte eine Reaktion, er hatte eine schlimme Reaktion", habe der Mediziner Murray über Jacksons Zustand gesagt

Murray habe hektisch Wiederbelebungsmaßnahmen an Jackson durchgeführt, zeitweise habe er Mund-zu-Mund-Beatmung angewendet, während Alvarez eine Herzmassage ausführte.

Jacksons Kinder Prince und Paris seien ins Zimmer gekommen und hätten beim Anblick des Vaters zu weinen begonnen. Schließlich wurde ihre Betreuerin gerufen, die beide Kinder aus dem Zimmer brachte.

Alvarez behauptet, Murray habe die Wiederbelebungsmaßnahmen unterbrochen, um verschiedene Fläschchen und Plastikdosen einzusammeln und in eine Tüte zu stecken, er habe Alvarez zudem aufgefordert, einen Infusionsbeutel vom Ständer zu entfernen.

Nachdem später im Krankenhaus Jacksons Tod festgestellt worden sei, habe Murray darauf bestanden, in die Jackson-Villa zurückzufahren und eine Creme zu holen, was er mit der kryptischen Bemerkung begründet habe, "damit die Öffentlichkeit nichts davon erfährt".

Murrays Anwalt hat die Vorwürfe mittlerweile zurückgewiesen und Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeigen Alvarez geäußert. Der sei zweimal von der Polizei vernommen worden und habe jeweils unterschiedliche Versionen des Geschehens geschildert.

Murray muss sich demnächst wegen fahrlässiger Tötung des Popstars vor Gericht verantworten. Michael Jackson war am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren gestorben, Todesursache war eine Vergiftung durch das Narkotikum Propofol.

pad/AP



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