Michael Skakel Wegen Mordes verurteilter Kennedy-Neffe bekommt neuen Prozess

Elf Jahre nach dem Urteil gegen Michael Skakel wird der Mordprozess gegen den Kennedy-Neffen neu aufgerollt. Der heute 53-Jährige war schuldig gesprochen worden, als Teenager ein Nachbarmädchen mit einem Golfschläger erschlagen zu haben.

Michael Skakel (Juni 2002): Neuer Prozess für den Kennedy-Neffen
REUTERS

Michael Skakel (Juni 2002): Neuer Prozess für den Kennedy-Neffen


Washington - Ein US-Gericht gewährt dem wegen Mordes verurteilten Kennedy-Neffen Michael Skakel einen neuen Prozess. Das Verfahren gegen den inzwischen 53-Jährigen muss wieder aufgerollt werden, hieß es in der Entscheidung des Gerichts im Bundesstaat Connecticut. Die Verteidigung hatte geltend gemacht, dass Skakel in seinem Prozess nicht angemessen juristisch vertreten wurde. Dem folgte Richter Thomas Bishop.

Eine Geschworenenjury hatte Skakel im August 2002 für schuldig befunden, 1975 im Alter von 15 Jahren das gleichaltrige Nachbarmädchen Martha Moxley mit einem Golfschläger erschlagen zu haben. Er war zu 20 Jahren bis lebenslänglich verurteilt worden. Skakel versuchte jahrelang vergeblich, eine Aufhebung des Urteils zu erreichen. Mehrere Berufungen scheiterten.

Moxleys Leiche war unter einem Baum auf dem Grundstück ihrer Familie gefunden worden. Zeugen für die Tat gab es keine, auch die kriminaltechnischen Untersuchungen lieferten keine eindeutigen Beweise. Die Ermittlungen ergaben allerdings, dass der als Mordwerkzeug benutzte Golfschläger zur Golfausrüstung der Mutter Skakels gehörte. Die Staatsanwaltschaft stützte ihre Indizienkette damals vor allem auf Zeugenaussagen, wonach Skakel die Tat zugegeben und sich mit seinen Verwandtschaftsverhältnissen gebrüstet habe, die ihn vor einer Strafverfolgung schützen würden.

Skakel ist ein Neffe von Ethel Kennedy, der Witwe des ermordeten früheren US-Justizministers und Präsidentschaftskandidaten Robert Kennedy. Dieser wiederum war Bruder von US-Präsident John F. Kennedy. Kritiker hatten den Verdacht geäußert, dass die Verbindung zu den Kennedys die Polizei zunächst abgeschreckt habe, den Fall weiter zu verfolgen. Erst im Jahr 2000 wurde er dann wieder aufgerollt.

wit/dpa/AFP



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