Millenniums-Bomber US-Gericht verurteilt Algerier zu 22 Jahren Haft

Der algerische al-Qaida-Aktivist Achmed Ressam muss wegen terroristischer Aktivitäten für 22 Jahre ins Gefängnis. Der als "Millennium-Bomber" bekannte Mann plante zum Jahreswechsel 1999/2000 einen Anschlag auf den Flughafen von Los Angeles.


Seattle - Ressam hatte nach Überzeugung der Geschworenen eines Gerichts in Seattle im US-Bundesstaat Washington Ende 1999 versucht, von Kanada aus in einem Auto 59 Kilogramm Sprengstoff und Zünder für den geplanten Anschlag in die USA zu schmuggeln. Mit dem Urteil blieb Bundesrichter John Coughenour hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft zurück, die 35 Jahre Haft gefordert hatte. Die Verteidigung hatte dagegen unter Verweis auf Ressams Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden auf eine zwölfjährige Haftstrafe plädiert.

Der heute 37-Jährige war bereits 2001 schuldig gesprochen worden. In der Folgezeit kooperierte er aber mit Ermittlungsbehörden aus den USA, Kanada, Großbritannien und Deutschland und lieferte ihnen eine Vielzahl von Informationen über das al-Qaida-Netzwerk. Vor zwei Jahren beendete Ressam jedoch jegliche Zusammenarbeit mit der Justiz.

Ressam war aufgeflogen, als er in seinem Auto an einem kleinen Grenzübergang auf die Einreise in die USA wartete und plötzlich aus Angst vor einer bevorstehenden Kontrolle panikartig zu Fuß in einen angrenzenden Wald flüchtete. Grenzbeamte entdeckten daraufhin in seinem Kofferraum den Sprengstoff.



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