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19. Juni 2015, 17:45 Uhr

Schraubenfabrikant Würth

Soko fahndet nach Entführern von Milliardärssohn

Über Nacht war der Sohn von Schraubenfabrikant Reinhold Würth in der Gewalt von Kidnappern. Dann kam er überraschend frei. Die Polizei ermittelt unter Hochdruck.

Eine Sonderkommission (Soko) soll die bisher unbekannten Täter im Fall des vorübergehend entführten Sohns von Milliardär Reinhold Würth aufspüren. Ein konkreter Hinweis fehle bisher, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen. "Wir gehen allen Spuren am Ort des Verschwindens und des Auffindens nach", sagte er.

Der 50 Jahre alte Sohn des Schraubenfabrikanten war am Mittwoch im hessischen Schlitz verschleppt worden, wo er in einer Wohngemeinschaft für behinderte Menschen lebt. Er wurde am Donnerstagmorgen etwa eine Stunde Autofahrt entfernt in einem Wald bei Würzburg gefunden - unversehrt. Zuvor hatten die Entführer nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur drei Millionen Euro Lösegeld verlangt. Zu einer Geldübergabe kam es aber nicht.

Um die Fahndung nicht zu gefährden, nannten die Ermittler keine weiteren Details. Viele Fragen zu dem Fall blieben daher offen. Die Entführung überschattet ein Sommerfest zum 70. Firmenjubiläum am Wochenende. Die Veranstaltungen auf dem Würth-Betriebsgelände in Künzelsau (Baden-Württemberg) fänden aber wie geplant statt, sagte eine Sprecherin.

Der 80-jährige Unternehmenschef wird beim Tag der offenen Tür nicht dabei sein. Zum Musikfestival am Freitagabend und am Samstag werden laut der Sprecherin etwa 5600 Besucher erwartet, zum Jubiläumsfest am Sonntag bis zu 40.000 Menschen.

sms/dpa

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