Wegen Betrugs "Milliarden-Mike" muss wieder in den Knast

Rund 400.000 Euro soll sich Peter Wappler mit einem Komplizen ergaunert haben. Dafür verurteilte ihn das Landgericht Hamburg jetzt zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe.
Nachdenklich: Peter Wappler, alias Milliarden-Mike

Nachdenklich: Peter Wappler, alias Milliarden-Mike

Foto: Chris Emil Janflen/ imago images

Mit dem Gefängnis kennt sich Peter Wappler, alias "Milliarden-Mike", ganz gut aus: Mehr als 18 Jahre verbrachte er hinter Gittern. Da können ihn auch weitere dreieinhalb offenbar nicht aus der Ruhe bringen. Wegen zweifachen Betrugs verurteilte das Hamburger Landgericht den 64-Jährigen am Dienstag zu einer Freiheitsstrafe.

Zusammen mit einem Komplizen hatte Wappler zwei Männern aus Nordrhein-Westfalen vorgegaukelt, er könne für sie Schulden eintreiben. Er kassierte 400.000 Euro von seinen Auftraggebern - erbrachte aber die versprochene "Dienstleistung" nicht. Dennoch gelang es dem Duo offenbar, seine Opfer mit hanebüchenen Begründungen hinzuhalten: Eine Botin habe das eingetriebene Geld nicht übergeben können, weil sie wegen Mordes im Gefängnis gelandet sei. Dann habe ein Überbringer nicht liefern können, weil er nach einem Unfall im Koma lag.

Dem Richter zufolge handelte Wappler wie ein Unternehmer - allerdings zum Schaden der Opfer, mit denen er gnadenlos umgegangen sei. Im Prozess hatte "Milliarden-Mike" die Vorwürfe eingeräumt. "Ich übernehme die Verantwortung."

"Als ich Ihre Akte bekam, kannte ich Ihren Namen leider nicht", sagte der Richter zu Beginn der Verhandlung, was für Schmunzeln im Saal sorgte. Wappler war mit seiner Großmäuligkeit, seiner Vorliebe für bündelweise Bares in der Tasche und dem Hang zu Luxusgütern zur lokalen Kiezgröße aufgestiegen. Nicht immer verlief das gefahrlos, wie dieses Video zeigt:

SPIEGEL TV

Im Oktober 2010 war er während eines bewachten Freigangs über ein Toilettenfenster getürmt und hatte sich nach Portugal abgesetzt. Dort spürte ihn die Polizei auf und lieferte ihn nach Deutschland aus.

Wappler sitzt bereits seit sieben Monaten in Untersuchungshaft. Die erste Haft seines Lebens sei noch okay gewesen, sagte er 2011 im Interview mit SPIEGEL ONLINE. Mit der Zeit seien die Aufenthalte aber belastender geworden. "Es war beschissen. Ich bin älter geworden."

ala