Millionenstrafe Lauschangriff auf Michael Jackson

Der "King of Pop" glaubte sich unbeobachtet - und irrte. Es waren vertrauliche Gespräche, die Michael Jackson mit seinen Anwälten in einem privat gecharterten Jet führte. Was er nicht wusste: An Bord waren Digitalkameras installiert. Das kommt die Spitzel nun teuer zu stehen.


Los Angeles - Der Besitzer einer privaten US-Fluggesellschaft muss einem Anwalt und dessen Kollegen mehrere Millionen Dollar zahlen, weil er ein Gespräch von ihnen mit Popstar Michael Jackson heimlich filmte.

Borer und ein Mitangeklagter hatten sich 2006 für schuldig erklärt, Digitalkameras an Bord der Maschine installiert zu haben, die Jackson 2005 von Las Vegas nach Santa Barbara brachte. Dort wollte er sich den Behörden stellen, nachdem Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen ihn erhoben worden waren. Der Prozess endete mit einem Freispruch.

Richterin Soussan Bruguera wies den Besitzer von XtraJet, Jeffrey Borer, und sein Unternehmen an, dem Anwalt Mark Geragos mindestens zehn Millionen Dollar zu zahlen - eine Strafe, die unter Umständen auf bis zu 18 Millionen Dollar erhöht wird. Geragos' Kollege Pat Harris bekam zwischen 1,25 Millionen und 2,25 Millionen Dollar zugesprochen.

Die genaue Höhe der Strafe richtet sich danach, ob Borer und sein Unternehmen getrennt oder gemeinsam haftbar gemacht werden. Ein Anwalt Borers, Lloyd Kirschbaum, kündigte Berufung an - und bestreitet, dass Jackson abgehört wurde. Er erklärte, die Beziehung zwischen Anwalt und Mandat sei durch die Videoaufzeichnung nicht gestört gewesen - Tonaufnahmen gebe es schließlich keine. "Es gab keinen Ton", sagte er. "Man kann kein Gespräch ohne Ton abhören."

pad/AP



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