Minnesota Polizist wegen Tod von Afroamerikaner angeklagt

Der Afroamerikaner Philando Castile wurde bei einer Verkehrskontrolle von einem Polizisten erschossen, seine Freundin filmte seinen Tod. Der Beamte wurde nun wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Gedenken an Philando Castile im Juli
AP

Gedenken an Philando Castile im Juli


Für den Tod des Afroamerikaners Philando Castile bei einer Verkehrskontrolle muss sich ein Polizist im US-Bundesstaat Minnesota wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft im County Ramsey gab am Mittwoch die Anklage gegen den Beamten Jeronimo Y. bekannt.

Zudem wird ihm vorgeworfen, bei dem Einsatz im Juli in Falcon Heights auch die Sicherheit der Freundin und der Tochter des Opfers gefährdet zu haben. Beide waren mit dem 32-jährigen Castile im Auto, als dieser erschossen wurde.

Castiles Lebensgefährtin Diamond Reynolds hatte ihren sterbenden Freund gefilmt, die Aufnahme wurde live im Internet übertragen.

"Anhand der umfassenden und gründlichen Untersuchung der Fakten" gehe er davon aus, dass der Einsatz tödlicher Gewalt durch den Polizisten nicht gerechtfertigt gewesen sei und es genügend Beweise dafür gebe, erklärte Staatsanwalt John Choi.

Nach Aussage von Reynolds war die Familie wegen eines kaputten Rücklichts angehalten worden. Castile habe dem Polizisten gesagt, dass er legal eine Waffe dabei habe. Als er seinen Waffenschein und die Fahrzeugpapiere herausholen wollte, habe der Polizist auf ihn geschossen. Die vierjährige Tochter saß während des Vorfalls auf dem Rücksitz.

Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze haben in den vergangenen Jahren in den USA wiederholt für Empörung und Aufruhr vor allem in der afroamerikanischen Bevölkerung gesorgt.

sun/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.