Drei Jahre Haft Mutter verkaufte Kinder an Freier

Das Amtsgericht Hamburg hat eine Mutter verurteilt, weil sie ihre Kinder Freiern zum sexuellen Missbrauch überlassen hatte.


Wegen Beihilfe zur Vergewaltigung und zum schweren Missbrauch von Kindern hat das Amtsgericht Hamburg eine Mutter zu drei Jahren Haft verurteilt. "Wir haben in Abgründe eines Familienlebens geschaut, die uns sprachlos gemacht haben", sagte Richterin Monika Schorn am Freitag.

Nach Überzeugung des Gerichts überließ die Angeklagte in den Neunzigerjahren, als sie selbst als Prostituierte arbeitete, zwei ihrer Kinder mehrfach Freiern zum sexuellen Missbrauch. Ihre damals zehnjährige Tochter brachte sie mit ihrem Vermieter zusammen, der das Kind auf ein Bett fesselte und vergewaltigte. Ihren Sohn führte sie einem Pädophilen zu, den er oral befriedigen musste. Die 52 Jahre alte Angeklagte nahm das Urteil regungslos hin.

Die Staatsanwältin hatte drei Jahre und vier Monate gefordert, der Verteidiger acht Monate auf Bewährung. Erst vor zwei Jahren hatte die inzwischen 31 Jahre alte Tochter Anzeige erstattet. Beide Kinder waren in dem Prozess Nebenkläger. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Verteidiger deutete an, dass seine Mandantin Berufung einlegen werde. Die eigentlichen Täter, die beiden Freier, können nicht mehr bestraft werden: Der Vergewaltiger der Tochter lebt nicht mehr. Und von dem Mann, der den Jungen missbrauchte, haben die Ermittler nur einen Vornamen.

Die 52-Jährige ist Mutter von sechs Kindern, alle von verschiedenen Männern. Gericht und Staatsanwaltschaft vermuten, dass möglicherweise auch andere Kinder der Familie missbraucht wurden. Doch das meiste ist verjährt, trotz einer Gesetzesreform in den Neunzigerjahren.

asa/dpa



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