Missbrauchsskandal Elite-Uni Penn State zahlt Opfern 60 Millionen Dollar

Die Missbrauchsopfer des ehemaligen US-Footballtrainers Jerry Sandusky werden von der Penn-State-Universität entschädigt. Die Hochschule will an 26 junge Männer insgesamt knapp 60 Millionen Dollar zahlen.

Football-Team der Penn State University: Entschädigung für Missbrauchsopfer
AP

Football-Team der Penn State University: Entschädigung für Missbrauchsopfer


Bellefonte - Die Pennsylvania State University zahlt den Missbrauchsopfern des früheren Footballtrainers Jerry Sandusky eine Entschädigung von knapp 60 Millionen Dollar. Man habe sich mit den 26 jungen Männern auf die Zahlung von insgesamt 59,7 Millionen Dollar geeinigt, teilte die Universität mit. Das sind rund 43 Millionen Euro.

Sechs weitere vermeintliche Opfer, die ebenfalls auf Entschädigung geklagt hatten, hätten ihre Vorwürfe gegen Sandusky dagegen nicht beweisen können. "Wir können das, was passiert ist, nicht ungeschehen machen", teilte der Präsident der Elite-Hochschule, Rodney Erickson, mit. "Aber wir können und müssen alles Mögliche tun, um aus dieser Sache zu lernen und sicherzustellen, dass dies nie mehr an der Penn-State-Universität geschieht."

Sandusky war im Juni 2012 wegen wegen 45-fachen Kindesmissbrauchs zu mindestens 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Trainer der berühmten Football-Mannschaft hatte zwischen 1994 und 2008 mehrere Jungen sexuell belästigt und vergewaltigt. Unter den Opfern war auch sein Adoptivsohn. Sandusky hatte ein Programm für benachteiligte Jugendliche aufgebaut, über das er seine Opfer auswählte. Es wird damit gerechnet, dass der 69-Jährige den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen wird.

Der Skandal hatte auch das Ansehen der Pennsylvania State University nachhaltig beschädigt. Mehrere Mitarbeiter wurden entlassen, darunter auch die mittlerweile verstorbene Trainerlegende Joe Paterno. Ihm wurde vorgeworfen, den Missbrauch vertuscht zu haben. Außerdem musste der Präsident der Universität, Graham Spanier, seinen Posten räumen. Zwei weitere Mitarbeiter der Hochschule müssen sich noch wegen des Vorwurfs der Vertuschung vor Gericht verantworten.

gam/AFP/AP

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