Missbrauchsfall in Bergisch Gladbach Täter sollen eigene Kinder getauscht haben

Im Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach sollen mindestens zwei der Täter ihre eigenen Kinder untereinander getauscht haben - mit dem Ziel, sie zu misshandeln. Fahnder haben bisher neun Opfer ermittelt.

Ortsschild von Bergisch Gladbach: Weitere Entwicklung im Missbauchsfall
Federico Gambarini/ DPA

Ortsschild von Bergisch Gladbach: Weitere Entwicklung im Missbauchsfall


In dem Fall von Kindesmissbrauch in Bergisch Gladbach haben die mutmaßlichen Täter offenbar Kinder für sexuelle Handlungen untereinander getauscht. Es gebe "sehr deutliche Hinweise darauf", sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer dem SPIEGEL, "dass sich mindestens zwei der beschuldigten Männer die eigenen Kinder gegenseitig zugeführt haben".

Vor gut zwei Wochen wurde ein 42-jähriger Familienvater aus Bergisch Gladbach festgenommen. Der Mann soll sein Kind missbraucht haben, über Messenger-Dienste in Kontakt mit anderen Personen gestanden und kinderpornografische Bilder und Videos ausgetauscht haben.

Inzwischen haben die Ermittler fünf weitere Männer aus den Chats identifiziert. Die Beschuldigten kommen aus der Gegend um Kleve, Düsseldorf, Wiesbaden, Krefeld und Viersen, sie wurden festgenommen. Auch Aachen sei ein möglicher Tatort, sagt Bremer. Alle sechs Männer sollen kinderpornografisches Material besessen und sich sich an ihren eigenen Kindern oder Stiefkindern vergangen haben.

Ermittler stellten gewaltige Datenmengen sicher

Bislang sind den Ermittlern neun mutmaßliche Opfer bekannt, sie sind zwischen einem und zehn Jahren alt. Die Beschuldigten sind in Untersuchungshaft, "es besteht Wiederholungsgefahr", sagt Bremer. Es gab neun Durchsuchungen, zehn Terabyte an Daten wurden dabei sichergestellt. Die Verdächtigen sollen die Taten gefilmt oder fotografiert und das Material über Chats ausgetauscht haben, teilweise in Gruppen mit bis zu 1800 Mitgliedern.

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