Missbrauchsfall in Staufen 33-Jähriger zu zehn Jahren Haft verurteilt

Ein Spanier vergewaltigte einen Jungen aus dem Breisgau mehrfach. Dafür muss er nun zehn Jahre ins Gefängnis, hat das Landgericht Freiburg entschieden.
Angeklagter im Landgericht Freiburg (Archiv)

Angeklagter im Landgericht Freiburg (Archiv)

Foto: Patrick Seeger/ dpa

Ein 33 Jahre alter Mann ist nach dem Missbrauch eines Kindes aus Staufen bei Freiburg zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zudem ordnete das Landgericht Freiburg die Zahlung von 18.000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer an.

Auf die von Staatsanwaltschaft und Nebenklage geforderte Anordnung von Sicherungsverwahrung verzichtete das Gericht. Dafür gebe es nicht die notwendige rechtliche Grundlage, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin.

Der Angeklagte stammt aus der Nähe von Barcelona. Er hatte zugegeben, den heute zehn Jahre alten Jungen mehrfach vergewaltigt und dafür Geld gezahlt zu haben. Verurteilt wurde der Spanier wegen mehrfacher schwerer Vergewaltigung, Kindesmisshandlung und Zwangsprostitution in insgesamt 14 Fällen.

Hintergrund

Der Junge war mehr als zwei Jahre lang im Darknet angeboten und Männern aus dem In- und Ausland gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen worden. Seine Mutter und deren wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestrafter Lebensgefährte haben das gestanden.

Auch der nun verurteilte Mann hatte die Taten eingeräumt. Er gab an, der Mutter und dem Lebensgefährten für die Vergewaltigungen mehr als 10.000 Euro gezahlt zu haben. Von Anfang September 2016 bis August 2017 war er laut Gericht viermal aus Spanien ins südliche Baden-Württemberg gereist und hatte für die Taten Ferienwohnungen angemietet. Der Junge war den Angaben zufolge erniedrigt, beleidigt, gedemütigt, gefesselt, maskiert und misshandelt worden.

Gutachter sieht hohe Rückfallgefahr

Der 33-Jährige hatte als Grund für die Missbrauchstaten sexuelles Interesse an Kindern genannt. Ein psychiatrischer Gutachter attestierte ihm im Prozess eine hohe Rückfallgefahr.

Nach Ende des Prozesses in Freiburg laufen gegen den Mann noch Mordermittlungen. Er steht im Verdacht, in Weißrussland ein Mädchen missbraucht und erdrosselt zu haben. Er bestreitet diese Vorwürfe. Sie waren nicht Bestandteil des Prozesses in Freiburg, weil sie sich laut Polizei und Staatsanwaltschaft bislang nicht beweisen ließen.

In dem Staufener Missbrauchsfall, der im Januar bekannt wurde, gab es insgesamt acht Festnahmen und Anklagen. Das Urteil gegen die Mutter und den Lebensgefährten will das Landgericht Freiburg am Dienstag verkünden. Es sind dies die letzten beiden Urteile in dem Fall.

Az.: 6 KLs 160 Js 32949/17 AK 5/18

wit/dpa
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