Missbrauchsfall Lügde Erneut Wohnwagen auf Campingplatz durchsucht

Im Fall des vielfachen Kindesmissbrauchs in Lügde in Nordrhein-Westfalen haben die Ermittler bei erneuten Durchsuchungen mögliche Beweismittel gefunden.

Spürhund im Einsatz auf dem Campingplatz in Lügde
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Spürhund im Einsatz auf dem Campingplatz in Lügde


Im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen in Lügde sind am Montag und Dienstag ein Wohnwagen sowie zwei Wohnungen durchsucht worden. Das teilten die Staatsanwaltschaft Detmold und die Polizei Bielefeld mit.

In eine der beiden Wohnungen habe der 56-jährige Hauptverdächtige auf Wunsch des Jugendamts in Kürze umziehen sollen. Bereits vergangene Woche war seine bisherige Behausung von Ermittlern unter die Lupe genommen worden. Dabei wurde laut Staatsanwaltschaft ein USB-Stick in einer Sofaritze entdeckt.

Bei den neuerlichen Durchsuchungen wurde auch ein weiterer Wohnwagen auf dem Campingplatz durchsucht, der jahrelang Missbrauchstatort gewesen sein soll. Es wurden nicht näher beschriebene Gegenstände sichergestellt.

Campingplatz Eichwald im Kreis Lippe
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Campingplatz Eichwald im Kreis Lippe

In Lügde wurden ab 2008 auf einem Campingplatz mindestens 31 Kinder zwischen vier und 13 Jahren sexuell missbraucht. Drei Tatverdächtige befinden sich in Untersuchungshaft - der mutmaßliche Haupttäter Andreas V., der 33-jährige Mario S. sowie ein 48-Jähriger aus Stade. Gegen drei weitere Beschuldigte wird wegen Beihilfe oder Strafvereitelung ermittelt. Bei einem siebten Verdächtigen handelt es sich um einen 16-Jährigen, der kinderpornografisches Material besessen haben soll.

Die Ermittler erklärten, dass es keine Belege dafür gebe, "dass Polizeibeamte in die Taten involviert waren oder diese geduldet haben". Nach schweren Ermittlungspannen bei der Polizei war unter anderem ein leitender Ermittler suspendiert worden.

Laut Staatsanwaltschaft verschwanden etliche Beweismittel - 155 DVDs und CDs - aus Räumen der Polizei Lippe. Auch soll der eigentlich zu sichernde Asservatenraum meist offengeblieben sein. Wegen Strafvereitelung im Amt, Verletzung der Fürsorgepflicht und anderen Vorwürfen wird derzeit gegen mehr als ein Dutzend Beschuldigte bei Behörden ermittelt, darunter zwei Polizisten und acht Jugendamtsmitarbeiter.

ala/dpa



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