Missbrauchsfall Salzgitter Priester ignorierte Kontaktverbot zu Jugendlichem

Ein katholischer Priester aus Salzgitter hat gestanden, drei Minderjährige missbraucht zu haben. Schon vor Jahren wurde ihm der Kontakt zu einem Jugendlichen untersagt. Doch zuletzt scherte er sich nicht um die Anweisung seines Bistums.


Salzgitter - Kurz vor seiner Verhaftung wegen Missbrauchsvorwürfen hat ein katholischer Priester aus Salzgitter ein Kontaktverbot des Bistums missachtet. Der 46-Jährige habe sich erneut einem Jugendlichen genähert, dessen Familie bereits 2006 mehr Distanz von dem Geistlichen verlangt hatte. Das bestätigte das Bistum am Mittwoch.

Mit dem Priester sei daraufhin erneut über das 2006 ausgesprochene Kontaktverbot gesprochen worden. Weder damals noch jetzt sei es aber um sexuellen Missbrauch gegangen, sagte der Bistumssprecher. Fünf Jahre lang habe der Geistliche sich an die klare Ansage der Kirche gehalten.

Den Angaben zufolge hatte der Pfarrer 2006 mit einem Jungen in einem Bett übernachtet - die Familie des Betroffenen protestierte. Als sich dieselbe Familie 2010 erneut wegen des Vorfalls vier Jahre zuvor meldete, legte das Bistum der Staatsanwaltschaft die Sache zur Prüfung vor. Diese sah kein strafbares Handeln und stellte die Ermittlungen ein. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim sagte, hatte das Bistum den Sachverhalt gemeldet, ohne den Namen des Pfarrers zu nennen.

Der 46-Jährige war in der vergangenen Woche festgenommen worden - kurz bevor er mit einer Jugendgruppe zu einer Freizeit nach Frankreich aufbrechen sollte.

Der Mann hat inzwischen gestanden, drei Minderjährige missbraucht zu haben. Eine Mutter und ihr Sohn hatten ihn zuvor angezeigt. Der Polizei zufolge missbrauchte er den Jungen mehrfach und über Jahre hinweg, zum ersten Mal 2004, als das Kind zehn Jahre alt war.

hut/dpa



insgesamt 37 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
zoon.politicon 20.07.2011
1. Hierarchische Strukturen müssen abgebaut werden
Zitat von sysopEin katholischer Priester aus Salzgitter hat gestanden, drei Minderjährige missbraucht zu haben. Schon vor Jahren wurde*ihm der Kontakt zu einem Jugendlichen untersagt. Doch zuletzt scherte er sich nicht um die Anweisung seines Bistums. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,775502,00.html
Es bleibt nichts anderes übrig, als innerhalb der katholischen Kirche und anderen Institutionen, wo Höherstehende eine ähnliche Machtposition gegenüber von ihnen Betreuten haben, effektive Kontrollmechanismen zu implementieren. Das setzt gerade in ausgesprochen hierarchisch strukturierten Institutionen eine "Aufweichung" der Hierarchie voraus, da es ja Kennzeichen der Hierarchie ist, dass der Status Höhergestellter, ihre sogen. "Autorität", von den von ihnen Betreuten gerade nicht hinterfragt werden darf.
Kalaharry 20.07.2011
2. Kinderschänder gehören weggesperrt!
Zitat von sysopEin katholischer Priester aus Salzgitter hat gestanden, drei Minderjährige missbraucht zu haben. Schon vor Jahren wurde*ihm der Kontakt zu einem Jugendlichen untersagt. Doch zuletzt scherte er sich nicht um die Anweisung seines Bistums. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,775502,00.html
Er hat gestanden, drei Minderjährige mißbraucht zu haben? Wieso darf er dann noch in der Lage sein, Anweisungen seines Bistums noch entgegenzunehmen, geschweige denn sie gar zu mißachten? Der Kinderschänder gehört 30 Jahre hinter Schloß und Riegel und danach in die Klappse - Bistum hin oder her!
Hannibal72, 20.07.2011
3. ...
Zitat von zoon.politiconEs bleibt nichts anderes übrig, als innerhalb der katholischen Kirche und anderen Institutionen, wo Höherstehende eine ähnliche Machtposition gegenüber von ihnen Betreuten haben, effektive Kontrollmechanismen zu implementieren. Das setzt gerade in ausgesprochen hierarchisch strukturierten Institutionen eine "Aufweichung" der Hierarchie voraus, da es ja Kennzeichen der Hierarchie ist, dass der Status Höhergestellter, ihre sogen. "Autorität", von den von ihnen Betreuten gerade nicht hinterfragt werden darf.
Ich glaube nicht, daß es allein um hierarchische Autorität geht. Es geht vielmehr um Vertrauen. Menschen, die sich an Kindern vergehen, haben besondere "Fähigkeiten" erst Vertrauen zu erwerben und schließlich Macht auszuüben. Egal ob Priester, Lehrer, Trainer, Sozialarbeiter, Familienmitglied, usw. Wir müssen auf die Kinder besser aufpassen. Situationen vermeiden lernen, in denen so etwas Schlimmes passieren kann und vor allem unsere Kinder stark machen. Kinder müssen wissen, daß sie nein sagen dürfen und auch müssen!
Hannibal72, 20.07.2011
4.
Zitat von KalaharryEr hat gestanden, drei Minderjährige mißbraucht zu haben? Wieso darf er dann noch in der Lage sein, Anweisungen seines Bistums noch entgegenzunehmen, geschweige denn sie gar zu mißachten? Der Kinderschänder gehört 30 Jahre hinter Schloß und Riegel und danach in die Klappse - Bistum hin oder her!
Bitte informieren Sie sich doch erst, bevor Sie posten! Es ging bis zu seiner Festnahme nie um Missbrauch. Die drei Fälle hat er erst nach seiner Festnahme gestanden. Vorher wußte niemand davon! Das Bistum hat die Staatsanwaltschaft informiert. Absolut richtig, nur der Bezug auf das Bistum paßt an dieser Stelle nicht (s.o.).
hansulrich47 20.07.2011
5. Ist das die neue Ausredenmasche???
Zitat von sysopEin katholischer Priester aus Salzgitter hat gestanden, drei Minderjährige missbraucht zu haben. Schon vor Jahren wurde*ihm der Kontakt zu einem Jugendlichen untersagt. Doch zuletzt scherte er sich nicht um die Anweisung seines Bistums. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,775502,00.html
Der Bischof war ganz streng und hat gesagt 'das darfst Du nicht'. Und der böse, böse Priester hat sich nicht daran gehalten. Ts. Jetzt ist der Bischof fein raus. Und seine ganze Organisation auch, oder? Die sind allesamt Gutmenschen, die ein böser Einzeltäter reingelegt hat. Sie tun mir ja soo leid! Die ganze Bande ist wohl nicht wirklich koscher. Aber das darf ja nicht sein .....
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.