Missbrauchsfall von Fluterschen Freier legt Teilgeständnis ab

Er soll einer der drei Männer sein, an die Detlef S. aus Fluterschen seine beiden Töchter für Sex verkaufte: Vor Gericht sagte der 61-Jährige nun, es täte ihm leid - er habe nur viermal mit einem der Mädchen verkehrt.

Angeklagter Mustapha H.: "Es tut mir ehrlich sehr leid"
dapd

Angeklagter Mustapha H.: "Es tut mir ehrlich sehr leid"


Koblenz - Im zweiten Prozess um den Missbrauch von Kindern aus dem Westerwaldort Fluterschen hat der Angeklagte am Dienstag ein Teilgeständnis abgelegt. Der 61-Jährige habe aber einen wesentlichen Teil der Vorwürfe bestritten, sagte sein Verteidiger Stefan Schmidt in einer Verhandlungspause vor dem Landgericht Koblenz. Dabei gehe es um Dauer und Schwere der Taten.

Der 61-Jährige soll einer der drei Männer sein, an die der Familienvater Detlef S. aus Fluterschen zwischen 1995 und 2009 seine beiden Töchter für Sex verkaufte. Er muss sich seit Dienstag wegen 53 Sexualstraftaten verantworten.

"Es tut mir ehrlich sehr leid, was damals geschehen ist", sagte der 61-Jährige. Zum Vorwurf, er habe die Tochter 30-mal missbraucht, sagte er, er habe nur viermal mit ihr Sex gehabt. Sie sei ihm wie die Stieftochter als Bekannte von Detlef S. vorgestellt worden.

Mit der Stieftochter soll er nach Angaben des Verteidigers etwa fünf- bis sechsmal Sex gehabt haben, angeklagt ist er in 23 Fällen. Für die Vernehmung der Stieftochter wurde die Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen.

Detlef S. war im März zu vierzehneinhalb Jahren Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Er hatte auch zugegeben, seine 18-jährige Tochter, eine 28 Jahre alte Stieftochter und deren Zwillingsbruder missbraucht zu haben. Mit der Stieftochter zeugte er sieben Kinder.

jjc/dpa



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