Misshandlung Kölnerin schleudert Baby an die Wand

Schwere Misshandlungen durch die eigene Mutter: In Köln hat eine Frau ihr fünf Monate altes Baby lebensgefährlich verletzt, indem es den Jungen gegen eine Zimmerwand warf. Im baden-württembergischen Eppingen entpuppte sich ein angeblicher Unfall als Kindstötung.


Köln/Eppingen - Ersten Ermittlungen zufolge packte die 27-jährige Kölnerin ihren Jungen an den Füßen und schleuderte ihn gegen die Zimmerwand, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Das Baby erlitt lebensbedrohliche Verletzungen und wird nun in einer Spezialklinik behandelt. Die Mutter wurde vorläufig festgenommen und in ein Krankenhaus eingeliefert. Der 31-jährige Lebensgefährte der Frau hatte den Angaben zufolge Polizei und Rettungskräfte alarmiert.

Der Mann habe erklärt, dass er seine Freundin am Morgen bereits mit einem Messer über dem gemeinsamen Sohn stehend gesehen habe. Es sei ihm aber gelungen, der 27-Jährigen in einem Gerangel das Messer zu entwinden. Wenig später habe er dann aus einem Nebenzimmer einen dumpfen Schlag gehört. Als er dazu gekommen sei, habe die Frau gerade Anstalten gemacht, das Kind erneut gegen die Wand zu schleudern. Das Paar hat zusammen noch einen zweijährigen Sohn.

Unterdessen stellte sich heraus, dass im baden-württembergischen Eppingen ein angeblich an einem Sturz gestorbenes Baby in Wirklichkeit wohl von der Mutter getötet wurde. Die 26-jährige Mutter steht im Verdacht, das drei Monate alte Mädchen erstickt zu haben, wie die Polizei in Heilbronn mitteilte. Die Frau befindet sich auf Grund eines Unterbringungsbefehls des Amtsgerichts Heilbronn inzwischen in psychiatrischer Behandlung.

Sie habe die Tat inzwischen teilweise eingeräumt, berichtete die Polizei. Die von Familienangehörigen und Nachbarn als sehr kinderlieb beschriebene Frau sagte, sie könne sich weder ihr Verhalten erklären noch an weitere Einzelheiten erinnern. Der Ehemann der aus Kasachstan stammenden Frau, der mit ihr noch eine drei Jahre alte Tochter hat, befand sich während der Tatzeit an seinem Arbeitsplatz.

Nach anfänglichen Angaben der Mutter hatte das Baby am Morgen des 26. November längere Zeit stark geschrieen und plötzlich nicht mehr geatmet. Deshalb habe sie mit dem Kind zu ihrer im ersten Obergeschoss wohnenden Nachbarin laufen wollen. Im Treppenhaus sei ihr das Mädchen aus den Armen gefallen. Beim Sturz auf die Steintreppe habe es tödliche Verletzungen erlitten. Die vom Notarzt festgestellten Verletzungen bestätigten zunächst die Aussage der Mutter.

Stutzig wurden die Beamten allerdings, weil sich die Frau bei ihrer Aussage mehrmals widersprach. Endgültige Klarheit erbrachte die Obduktionsergebnis. Danach wurde das Kind mit großer Wahrscheinlichkeit erstickt. Auch die Kopfverletzungen des Mädchens passen laut Polizei nicht zu dem von der Mutter geschilderten Treppensturz.



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