Misshandlungsverdacht Kleinkind mit Rotkohl erstickt

Ein 17 Monate alter Junge ist in Kaiserslautern zu Tode gequält worden. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft stopften die Mutter und deren Lebensgefährten dem Kleinkind den Mund so mit Rotkohl voll, bis es keine Luft mehr bekam.

Kaiserslautern - Nach einem Bericht der "Rheinpfalz" sei das Kind am Mittwoch an den Folgen der Misshandlung im Krankenhaus gestorben. Die Mutter und ihr Freund hatten laut Bericht das Kleinkind bereits am ersten Weihnachtstag ins Krankenhaus gebracht, weil es an Atemnot litt.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Helmut Bleh hatte die Mutter den Ärzten gegenüber erklärt, das Kind habe sich verschluckt, als es mit Rotkohl gefüttert worden sei. Die ärztliche Untersuchung habe jedoch ergeben, dass dem Kind der Rotkohl "derart gewaltsam in Mund und Kehle gepresst" worden sei, dass die Atemwege und die Lunge verstopft gewesen seien. Von der Einlieferung ins Krankenhaus bis zu seinem Tod habe das Kind im Koma gelegen.

Das vorläufige Ergebnis einer Obduktion habe ergeben, dass das Kind seit längerem misshandelt wurde, berichtet die Zeitung weiter. Am Kopf des kleinen Jungen seien Spuren heftiger Gewaltanwendungen nachgewiesen worden. Die Augen wiesen Einblutungen in den Netzhäuten auf. Zudem hätten die Mediziner auf dem Körper unter anderem Schwellungen, Kratzer, Blutergüsse und Brandverletzungen gefunden. Dem Kind sei das gesamte Gesäß verbrüht worden. Oberstaatsanwalt Bleh erklärte, selbst wenn das Kind überlebt hätte, wäre es vermutlich schwer behindert geblieben und erblindet.

Die Mutter des Jungen und ihr Freund seien bereits vernommen worden, hätten aber bisher bestritten, das Kind misshandelt zu haben. Die Verletzungen seien ihren Angaben zufolge auf ständiges Hinfallen sowie auf Raufereien mit dem dreijährigen Bruder des Jungen zurückzuführen. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete diese Erklärungen als nicht glaubhaft. Den Angaben zufolge ist der Lebensgefährte bereits zweimal wegen Körperverletzung verurteilt worden.

Gegen die 24-jährige Mutter und ihren ein Jahr jüngeren Freund werde nun wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Im Fall einer Verurteilung müssten die beiden Beschuldigten mit Freiheitsstrafen von bis zu 15 Jahren rechnen. Beide befinden sich in Untersuchungshaft.

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