Bluttat in Oberfranken Getötetes Ehepaar – Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Im Januar wurden ein Ehepaar in Mistelbach tot aufgefunden. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Tochter und ihren Freund erhoben. Tatmotiv könnten familiäre Streitigkeiten gewesen sein.
Der Tatort in Mistelbach im Januar

Der Tatort in Mistelbach im Januar

Foto: News5 ; Fricke / dpa

Ein Ehepaar aus dem oberfränkischen Mistelbach wurden im Januar mutmaßlich im Schlaf erstochen. Nun hat die Staatsanwaltschaft Bayreuth Anklage erhoben. Beschuldigt werden die Tochter und ihr Freund wegen gemeinschaftlichen Mordes in zwei Fällen.

Die Ermittlungen seien somit nach knapp sechs Monaten abgeschlossen, teilte die Behörde mit . Nun muss das Landgericht Bayreuth einem Sprecher zufolge die Anklage prüfen. Die Beschuldigten sitzen weiterhin in Untersuchungshaft. Sie haben die Möglichkeit, sich zur Anklage zu äußern.

Der 51 Jahre alte Mann und die 47-jährige Frau waren in der Nacht zum 9. Januar erstochen worden. Die vier Kinder des Ärztepaares befanden sich zum Tatzeitpunkt im Haus. Nachbarn hörten Schreie und alarmierten die Polizei.

Der damals 18 Jahre alte Freund der ältesten Tochter geriet schnell in den Fokus der Ermittlungen. Der junge Mann und die Tochter waren nach der Tat ins wenige Kilometer entfernte Bayreuth geflüchtet und stellten sich der Polizei. Die Tatbeteiligung des 18-Jährigen stand demnach von Anfang an als Verdacht im Raum, während die Rolle der Tochter zunächst unklar war. Sechs Wochen später wurde auch gegen die 16-Jährige Haftbefehl erlassen.

Die beiden sollen gemeinsam den Tatentschluss gefasst haben, wobei der 18-Jährige den Opfern die tödlichen Stiche zugefügt haben soll. Die Tochter steht laut Ermittlungen im Verdacht, ihrem Freund »die ungehinderte Tatausführung ermöglicht und dadurch einen aktiven Beitrag zum Tötungsdelikt geleistet zu haben«.

Tatmotiv dürften innerfamiliäre Streitigkeiten gewesen sein. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, der junge Mann habe im Laufe der Ermittlungen Angaben gemacht, das Mädchen habe sich zum Tatgeschehen nicht geäußert.

Wie viel Zeit die Prüfung der Anklage und der Eröffnung des Hauptverfahrens in Anspruch nehmen wird, konnte ein Sprecher des Landgerichts noch nicht sagen. Es handele sich um ein sehr umfangreiches Verfahren.

kha/dpa
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