Mönchengladbach Getötetes Baby – Polizei nimmt Mutter fest

Zwei Monate nach dem Fund eines toten Säuglings im Mülleimer hat die Polizei die Mutter identifiziert. Ein DNA-Reihentest führte zu der 24-Jährigen. Sie hat die Tat laut Ermittlern gestanden.
Kerzen stehen an der Stelle, an der am 28. März 2022 ein toter Säugling in einem Mülleimer gefunden worden war

Kerzen stehen an der Stelle, an der am 28. März 2022 ein toter Säugling in einem Mülleimer gefunden worden war

Foto: Theo Titz / dpa

Nach dem Fund eines getöteten Babys in einem Mülleimer in Mönchengladbach Ende März hat die Polizei nun die Mutter identifiziert und festgenommen. Ein DNA-Reihentest hat laut Polizei zu der Mutter des Babys geführt. Die 24-Jährige soll an diesem Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Sie habe die Tat gestanden. Ein Haftrichter habe am Donnerstag Haftbefehl wegen Mordes gegen sie erlassen, sagte ein Polizeisprecher.

Das getötete neugeborene Mädchen war am 28. März von einer Passantin in einem Mülleimer am Rande eines Parks entdeckt worden. Eine Mordkommission nahm die Ermittlungen auf und gab dem Mädchen den Namen Rabea. Das Kind wurde später nach einer öffentlichen Trauerfeier beigesetzt.

Den Durchbruch bei den Ermittlungen brachte den Angaben zufolge eine DNA-Reihenuntersuchung. Im Umfeld des Fundortes wurden Frauen, die grundsätzlich als Zielgruppe infrage kamen, erfasst und um Abgabe einer Speichelprobe gebeten. Die festgenommene 24-Jährige gehörte laut Polizei dazu: »Bei einem Hausbesuch gab sie freiwillig eine Speichelprobe ab.«

Auch Vater des Kindes gefunden

Nachdem das Landeskriminalamt der Mordkommission den Treffer mitgeteilt habe, sei am Mittwoch die Wohnung der Verdächtigen, die mit ihrer 44 Jahre alten Mutter und dem 22 Jahre alten Bruder zusammen wohne, sowie die Wohnung des Lebensgefährten der Frau in Mettmann durchsucht worden.

Eine sofort durchgeführter DNA-Abgleich habe ergeben, dass der 40-jährige Lebenspartner der Vater von Rabea ist. Weder Mutter, Bruder noch Lebenspartner hatten nach eigenen Angaben Kenntnis von der Schwangerschaft, wie die Ermittler mitteilten. Sie hätten demnach auch von der Niederkunft und Tötung des Säuglings nichts gewusst. Sie würden nur als Zeugen, nicht als Beschuldigte geführt, so die Polizei weiter.

sak/dpa
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